Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Fremdblutsparende Maßnahmen

Ein besonderer Schwerpunkt im operativen Bereich wurde mit der Entwicklung eines umfassenden Stufenkonzeptes der Eigenblutnutzung geschaffen. Durch operationsvorbereitende Blutspenden in Verbindung mit der Rückgewinnung aus den operationsbedingten Blutverlusten kann bei nahezu allen Operationen (ausgenommen Operationen an bösartigen Tumoren und entzündlichen Geweben) häufig auf die Gabe von Fremdblutbestandteilen verzichtet werden.

Für alle größeren orthopädischen Operationen mit hohem Blutverlust sind fremdblutsparende Maßnahmen im RKU Standard. So wird bei Patienten, die sich einer solchen Operation unterziehen, in der Regel ca. 4 Wochen vor dem geplanten Eingriff eine Eigenblutspende durchgeführt. Dabei werden dem Patienten entweder Blutplasma, Erythrozytenkonzentrat (rote Blutkörperchen) oder beide Blutbestandteile abgenommen.

Während der Operation wird das Wundblut in einem speziellen Behälter gesammelt und bei Bedarf mit einem so genannten Cellsaver maschinell aufbereitet. Die so "gewaschenen" Erythrozyten (rote Blutkörperchen) können dem Patienten anschließend wieder zurückgegeben werden. Mit dem gleichen Recycling-Verfahren werden auch unmittelbar nach der Operation die roten Blutkörperchen aus den Wunddrainagen zurückgewonnen. Das vor der Operation gespendete Blutplasma und Erythrozyten-Konzentrat wird im Allgemeinen nach erfolgter Blutstillung am Ende der OP, später im Aufwachraum oder auf der Intensivpflegeeinheit zurückgegeben, soweit die Umstände es erfordern.