Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Spezielle therapeutische Verfahren

Im Rahmen der Behandlung von Patienten mit neurologischen und neuro-muskulären Erkrankungen kommen folgende spezielle Therapieverfahren zur Anwendung.

Therapeutische Plasmapherese

Patienten mit einem so genannten Guillain-Barre-Syndrom (= GBS, aufsteigende Lähmung) werden im Aufwachraum oder auf der Intensivpflegeeinheit unter anderem mit einer Plasmapherese behandelt. Dabei wird dem Patienten (wie bei einer Blutplasmaspende vor größeren Operationen) eine größere Menge Blutplasma entzogen (ca. 2.000 ml). Blutplasma ist eine klare, gelbliche Flüssigkeit, welche mehr als 2.500 lebenswichtige Eiweißstoffe enthält, die unter anderem für die Infektabwehr und die Blutgerinnung wichtig sind. Bestimmte Eiweißstoffe, so genannte Auto-Antikörper welche für das „Guillain-Barre Syndrom“ verantwortlich sind, sollen dem Körper dabei entzogen werden; das kann zu einem Stillstand oder zu einer Besserung dieser Krankheit führen. Teile der entzogenen Eiweißstoffe werden anschließend durch die Gabe von Fremdeiweiß (Humanalbumin) wieder ersetzt. Dieses Verfahren muss während der Behandlung des GBS mehrmals wiederholt werden.

Nicht-invasive Maskenbeatmung NIMB ("Heimbeatmung")

Patienten mit bestimmten neuro-muskulären Erkrankungen (z.B. Säuglinge und Kinder mit Spinaler Muskelatrophie - SMA - , Jugendliche mit Morbus Duchenne und Erwachsene mit Querschnittlähmung oder ALS, die in ihrem Krankheitsverlauf eine chronische Ateminsuffizienz entwickeln) werden auf unserer Intensivpflegeeinheit auf eine so genannte nicht-invasive Maskenbeatmung eingestellt. Dabei wird den Patienten (vom Säugling bis zum Erwachsenen) eine maßgefertigte Nasenmaske angepasst, über die sie mit einem speziellen Beatmungsgerät beatmet werden, entweder kontinuierlich oder nur während der Nacht. Während der Neueinstellung auf dieses Beatmungsverfahren werden die Herz-Kreislauf-Parameter der Patienten kontinuierlich auf einem Monitor überwacht, um rechtzeitig auf eventuell auftretende Komplikationen reagieren zu können. Ist nach zwei bis sieben Tagen eine Einstellung auf eine nicht-invasive Maskenbeatmung erfolgreich beendet, kann der Patient mit seinem Beatmungsgerät die Klinik wieder verlassen und diese Beatmungstherapie zu Hause fortsetzen, weshalb dieses Verfahren auch als Heimbeatmung bezeichnet wird.