Interdisziplinäre Schmerzbehandlung
Schmerz ist ein multidimensionales Phänomen mit großer Variationsbreite bezüglich Schmerzlokalisierung, Intensität und Schmerzqualität. Schmerz beeinflusst die Lebensqualität eines Betroffenen und die seiner Angehörigen maßgeblich; darüber hinaus entstehen dem Gesundheitssystem beträchtliche Kosten durch schmerzbedingte Komplikationen sowie durch Chronifizierung von Schmerzen.
Schmerz ist als multidimensionales und interprofessionelles Problem zu verstehen. Dem professionellen Pflegedienst kommt im schmerztherapeutischen Team eine Schlüsselrolle im Schmerzmanagement zu. Grundvoraussetzung ist Kontinuität in der pflegerischen Betreuung sowie gute Kooperation mit den behandelnden Ärzten.
Zentrales Anliegen ist es, Patienten mit Schmerzen oder zu erwartenden Schmerzen unnötiges Leid zu ersparen sowie einer Chronifizierung vorzubeugen. Durch den engen Kontakt mit dem Patienten kommt den Pflegefachkräften hier die Rolle des Partners und Vermittlers zu: Aufgabe im Rahmen des Schmerzmanagement ist es, die Schmerzen des Patienten zu erkennen, objektiv zu beschreiben und den Patienten während der Behandlung zu beobachten, ihn zu beraten, zu führen und adäquate Therapien zu koordinieren oder durchzuführen. Unabdingbare Vorraussetzung dafür ist eine aktuelle wie auch systematische Schmerzeinschätzung und Verlaufskontrolle mit Hilfe von Einschätzungsinstrumenten oder Dokumentationsverfahren. Schmerzmessung und -dokumentation, die auf einer multidimensionalen Betrachtungsweise des Schmerzgeschehens beruht, sind grundlegend für eine individuell angemessene Schmerzlinderung. Gezielte Beobachtungen des Patienten, geplante und konsequent durchgeführte Maßnahmen wirken sich dadurch positiv auf seine Schmerzsituation aus.
Zur Stärkung der Selbstkompetenz der Patienten und seiner Angehörigen gehört die Schulung und Beratung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt während der Behandlung. So werden beispielsweise bestehende Vorurteile gegenüber Schmerzmedikamenten abgebaut und eine aktive Einbindung des Patienten in das Schmerzmanagement erreicht. Ziel einer gelenkten Schmerztherapie bei akuten Schmerzen ist die Schmerzfreiheit; bei chronischen Schmerzenpatienten steht eine umfassende Schmerzlinderung im Vordergrund.
Die Pflegefachkräfte im RKU verfügen über das notwendige Wissen zur systematischen Schmerzeinschätzung, über das notwendige medikamentöse Grundwissen zur Schmerzbehandlung, kennen Nebenwirkungen und deren Behandlung. Dabei profitieren sie auch von den interprofessionell geltenden Verfahrensregeln zur medikamentösen Schmerzbehandlung am RKU. Unterstützt werden die Pflegefachkräfte in allen Stationen durch Multiplikatoren, die über notwendige Beratungs- und Schulungskompetenzen in Bezug auf Schmerz und schmerzbedingte Probleme verfügen.




