Gesundheits- und Krankenpflege

Kinästhetik

Pflegende sind in einer Vielzahl von Situationen damit beschäftigt, Patienten zu bewegen. Bewegung erfolgt im Zusammenhang mit dem Lagern und dem Mobilisieren des Patienten sowie bei der Körperpflege. Fast jede Pflegehandlung ist mit einer Bewegung des Körpers verbunden. Um diese Bewegungen zielgerichtet zu unterstützen, benötigt die Pflege professionelle Methoden und Konzepte, um die menschliche Bewegung zu verstehen und nachvollziehen zu können.

Das Konzept der Kinästhetik bietet die Möglichkeit, komplexe Bewegungssituationen zu analysieren und zu unterstützen. Ziel ist es, die Eigenbewegung des Patienten zu erkennen, zu unterstützen und zu fördern. Besonders Menschen in der perioperativen Phase oder Menschen mit einer Behinderung tendieren oft zu einer Reduktion ihrer Bewegungsabläufe. Pflegende unterstützen den Betroffenen darin, seine Bewegungen ausführen zu können.

Der Pflegedienst des RKU arbeitet bereits seit über fünfzehn Jahren auf der Grundlage der Kinästhetik. Dabei sehen wir alle Pflegekonzepte als einen steten Prozess, den wir kontinuierlich weiterentwickeln und implementieren. Dies befähigt uns zu einer Steigerung der Pflegekompetenz, sichert durch professionelles Handeln den Pflegeprozess und gewährleistet eine kontinuierliche Pflegequalität.

In den einzelnen Stationen sind deshalb Pflegefachkräfte als Multiplikatoren für Kinästhetik eingesetzt. Sie weisen eine fachgerechte Schulung in Kinästhetik auf und sind in enger Zusammenarbeit mit unserer Kinästhetiktrainerin in die Weiterentwicklung des Konzeptes involviert. Mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz sind die Multiplikatoren für die Umsetzung des Konzeptes zuständig. Für sämtliche Pflegende, Patienten und Angehörige fungieren sie als Ansprechpartner in sämtlichen Fragen des Bewegens.

Kinästhetik ist zukunftsorientiert. Sie gibt den Pflegenden die Möglichkeit, nicht nur die Krankheit oder Behinderung eines Menschen zu sehen, sondern ihn in seiner Gesamtheit und mit seinen Ressourcen zu erfassen. Und letztendlich dient sie auch den Pflegenden, in der Auseinandersetzung mit der eigenen Bewegung.