Heimbeatmung
Wann wird eine intermittierende Maskenheimbeatmung durchgeführt?
Bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen wie z.B. der amyotrophen Lateralsklerose, kann es bei Beteiligung der Atem- und Atemhilfsmuskulatur (Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln, Bauchmuskulatur, Muskulatur des Schultergürtels) zum Auftreten einer restriktiven Atemstörung im Sinne einer Atemmuskelpumpenschwäche kommen.
Derartige Atemstörungen äußern sich in einer Reduzierung der Atemvolumina (Vitalkapazität, forcierte Einsekundenkapazität) und einer Verminderung des Sauerstoffanteils im Blut (Hypoxie) und erst im weiteren Verlauf einer verminderten Abatmung von Kohlendioxid (Hyperkapnie). Veränderungen dieser Parameter können mit Hilfe einer Lungenfunktionstestung und einer Blutgasanalyse festgestellt werden.
Neben der apparativen Diagnostik gibt es aber auch sensitive klinische Zeichen, die auf eine beginnende Atemmuskelpumpenschwäche hindeuten. Dies sind zum Beispiel morgendliche Kopfschmerzen und Benommenheit, verstärkte Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung, vermehrte Kurzatmigkeit und Infekte, nächtliche Schlafstörungen (Einschlafstörungen, Alpträume, häufiges nächtliches Erwachen), Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Angst, Herzrasen, Nervosität oder vermehrtes Schwitzen.
Liegen derartige Symptome in Zusammenhang mit Veränderungen der oben aufgeführten Messwerte vor, so besteht die Indikation für eine nichtinvasive intermittierende Maskenheimbeatmung, die in der Regel unter stationären Bedingungen eingeleitet werden muss.
Ansprechpartner:
Frau PD Dr. A. Sperfeld, Telefon 0731/177-1518,
e-mail anne-dorte.sperfeld@uni-ulm.de
Dr. P. Kühnlein, Telefon 0731/177-5216,
e-mail peter.kuehnlein@uni-ulm.de



