Liquor-Labor
Neurochemisches- Neuroimmunologisches Labor
Mitarbeiter:
Herr Prof. Dr. H. Tumani
Geschf. Oberarzt und Leiter des Labors
Telefon 0731 177-1207
(e-mail)
Frau Dr. V. Lehmensiek/Frau D. Vogel
Leitende MTA
Telefon: 0731 177-1519 oder 0731 5023802
Die Analyse der Zerebrospinalflüssigkeit, kurz Liquor, ist ein essentieller Bestandteil der neurologischen Diagnostik. Neben dem Nachweis oder Ausschluss eines entzündlichen erreger- oder autoimmunologisch bedingten Prozesses liefert die Liquoruntersuchung wichtige Hinweise auf neoplastische Erkrankungen der Meningen und des ZNS (Zentrales Nervensystem) sowie auf die CT-negative Subarachnoidalblutung. Auch die Wahl und Dosierung von speziellen Therapeutika bei entzündlichen oder neoplastischen neurologischen Erkrankungen ist in hohem Maße abhängig vom Liquorbefund.
Untersuchungsmaterial:
- Liquor
- Serum
- Punktate
Untersuchte Parameter
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Zytologie:
- Liquor-Zellzahl
- Liquorzellbild
- Erregerfärbung
Lactat Proteine:
- Gesamtprotein, Immunglobuline (IgG, IgA und IgM), oligoklonale IgG-Banden
Erregerspezifische Antikörper:
- Borrelien (IgG, IgM)
- FSME (IgG, IgM)
- Masern
- Röteln
- Zoster
- Herpes
ZNS-spezifische Proteine:
- Beta-Trace (Prostaglandin-D-Synthase)
- S-100b
- Tau-Protein
- Beta-Amyloid
Liquoruntersuchungsprogramm:
Die Liquordiagnostik besteht aus einem dreiteiligen Stufenprogramm:
- Notfalldiagnostik (Beschaffenheit, Zellzahl, Gesamtprotein, Lactat)
- Basisdiagnostik (Differentialzellbild, Albumin, Immunglobuline IgG, IgA, IgM
- Spezialdiagnostik (oligoklonale Banden, erregerspezifische Antikörper, Markerproteine für ZNS-spezifische Destruktion und Aktivität).
Um eine Aussage über eine mögliche autochtone Produktion von Immunglobulinen oder erregerspezifischen Antikörpern treffen zu können, ist die parallele Untersuchung von Liquor und Blut erforderlich, da die größten Proteinfraktionen im Liquor aus dem Blut stammen. Die gebildeten Liquor-Blut-Quotienten werden schließlich in Abhängigkeit von der individuellen Blut-Liquor-Schrankenfunktion evaluiert. Die Auswertung einer intrathekalen Synthese von Immunglobulinen erfolgt mit Hilfe der Quotientendiagramme, bei denen Liquor-Serum-Quotienten für IgG, IgA und IgM jeweils gegen den Liquor-Serum-Quotienten für Albumin (Parameter für Schrankenfunktion) aufgetragen werden. Die graphische Evaluation dieser Parameter erlaubt die Erfassung krankheitstypischer Befundkonstellationen, die eine hohe diagnostische Spezifität erreichen.
ZNS-spezifische Markerproteine:
Eine neue Ära der Labordiagnostik neurologischer Erkrankungen hat mit der verlässlichen Quantifizierung hirneigener zellspezifischer Markerproteine im Liquor und im Serum begonnen. Es lassen sich meningeale, gliale und neuronale Proteine bestimmen, die über akute bzw. chronische Prozesse im ZNS (z.B. Neuronenschaden, Gliaaktivierung) Auskunft geben können.
Bedeutung der spezialisierten Liquorlabors:
Das hohe internationale Niveau der Liquordiagnostik und Klinischen Neurochemie in Deutschland hat eine lange Tradition. Nur durch die enge Zusammenarbeit von Grundlagenwissenschaftlern und Neurologen ist es gelungen, klinisch relevante Methoden und krankheitsorientierte Auswerteverfahren einzuführen. Insbesondere die Entwicklung eines integrierten Liquorbefundes mit der Möglichkeit, krankheitstypische Befundmuster darzustellen, hat durch seine Bedeutung in der Neurologie eine weite Verbreitung gefunden.
Die Erfahrungen der letzten 30 Jahre haben gezeigt, dass nur dort, wo integrierte Liquordiagnostik betrieben wird, den Erwartungen sowohl der Klinik als auch der Labormedizin Genüge getan wird. Entscheidend ist dabei die Kenntnis moderner Schrankenkonzepte, das Beherrschen empfindlichster Techniken der Zytologie und Proteindiagnostik und die enge Kooperation mit den Neurologen.
Dass die verschiedenen Analysezweige in der Klinischen Neurochemie (Zytologie, Proteinanalytik etc.) bis zur Befundung in eine Hand gehören wird auch schon dadurch ersichtlich, dass der zu untersuchende Liquor im Gegensatz zu Blut oder Urin nur einmal im Rahmen einer Lumbalpunktion gewonnen wird. Der Liquor ist also ein besonders kostbares Gut, woraus die Notwendigkeit eines schrittweisen analytischen Vorgehens je nach klinischer Fragestellung und Vorbefunden resultiert und damit auch die längerfristige Aufbewahrung der Probe.
Allein die Beurteilung von Liquorzellpräparaten erfordert Jahre an Erfahrung und Training, und in der Proteinanalytik folgen eine Reihe von Analysen mit wachsendem Anspruch an Nachweisempfindlichkeit und Spezifität. Die graphische Darstellung der zu berechnenden Liquor/Serum-Konzentrationsquotienten im Quotientendiagramm mit schrankenbezogener Bewertung und Darstellung der humoralen Immunreaktion hat sich im klinisch-neurologischen Alltag bewährt und ist dort nicht mehr wegzudenken. Auf dieser Basis müssen Entscheidungen über weiterführende empfindlichere (isoelektrische Fokussierung) oder spezifischere Analytik (erregerspezifische Nachweise) getroffen werden.
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Wissenschaftliche Aktivitäten
Gliale und neuronale Proteine im Blut als Aktivitäts- und Progressionsmarker bei entzündlichen Erkrankungen des ZNS und bei neurodegenerativen Prozessen
Liquor und Serum Probenbank
Ansprechpartner
Herr Prof. Dr. H. Tumani
(Geschf. Oberarzt und Leiter des Labors)
Telefon 0731 177-1207
(e-mail)
Link zur Gesellschaft für Liquordiagnostik



