Neuropsychologie
Aufgabenbereich und Leistungsangebot
Die klinische Neuropsychologie beschäftigt sich als Teil der Neurowissenschaften mit der Erfassung, Beschreibung und Behandlung kognitiver und verhaltensbezogener Einbußen nach Erkrankungen des Gehirns. Das Spektrum möglicher Störungen ist breit und umfasst unter anderem Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und des problemlösenden Denkens, aber auch Sprach- und Sprechstörungen, zerebrale Sehstörungen sowie psychische Veränderungen. Die Einordnung und Quantifizierung dieser Defizite erfolgt auf der Grundlage genauer klinischer Beobachtung und gut validierter psychometrischer Verfahren, ergänzend werden jedoch auch experimentelle Paradigmen sowie moderne bildgebende Techniken, wie funktionelle Kernspintomographie (fMRI) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET), eingesetzt.
Ziel therapeutischer Maßnahmen ist die Wiederherstellung (Restitution) der beeinträchtigten Funktionen. Ist dies nicht möglich, kann versucht werden, durch Nutzung erhaltener Funktionen (Kompensation), externe Hilfen (Substitution) und Anpassung der Umgebung an die Schädigung (Adaptation) die Wiedereingliederung des Betroffenen in den Alltag zu unterstützen.
Schwerpunkt unseres klinischen Angebotes im Akutbereich ist die Diagnose und Differenzialdiagnose neuropsychologischer Beeinträchtigungen. Die erforderlichen Untersuchungen können nach Anmeldung und Vorlage eines Überweisungsscheins auch ambulant in unserer Sprechstunde für Neurologische und Neuropsychologische Rehabilitation durchgeführt werden. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Homepage der Neurologischen Klinik der Universität Ulm:
http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/kliniken/neurologie.html.
Darüber hinaus steht im Bereich der stationären neurologischen Rehabilitation (Phase C) ein umfassendes Angebot an etablierten und in ihrer Wirksamkeit breit abgesicherten neuropsychologischen Therapiemaßnahmen einschließlich logopädischer und ergotherapeutischer Leistungen zur Verfügung (z.B. Diagnostik und Therapie von Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörungen; Behandlung von Sprach-, Sprech-, Schluck- und Stimmstörungen; Patienten- und Angehörigenberatung).
Eine weitere, für die nähere Zukunft geplante Therapieoption betrifft die zusätzliche pharmakologische Intervention bei Patienten mit schlaganfallbedingten kognitiven und motorischen Funktionseinbußen, die sich in Pilotstudien als viel versprechende neue Strategie erwiesen hat.
Ansprechpartner
Herr PD Dr. I. Uttner
Klin. Neuropsychologe GNP; Tel. 0731 / 177-5215
Frau Dipl.-Psych. J. Heimrath; Tel. 0731 / 177-5221



