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Ansprechpartner
- Ärztl. Direktor Prof. Dr. med. Heiko Reichel
- Oberarzt Dr. med. Dirk Wernerus (email)
- Oberarzt Prof. Dr. med. Klaus Huch
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- Mittwochs von 08:00 bis 13:00 Uhr
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- Freitags von 08:00 bis 14:00 Uhr (Wechselendoprothetik)
Hüfte
Knie
Hüftgelenksendoprothetik
Aufbau des Hüftgelenks
Das Hüftgelenk stellt die Verbindung zwischen Rumpf und unterer Extremität dar. Es besteht aus zwei Komponenten: der Pfanne (Acetabulum), die im Beckenknochen ausgebildet wird, und dem Hüftkopf, der auf dem Schenkelhals des Oberschenkelknochens sitzt. Beide Gelenkpartner sind mit Knorpel überzogen. Das Gelenk wird durch eine Kapsel umgeben, die das Gelenk zu einem geschlossenen Raum macht. Dieser ist aufgefüllt mit „Gelenkschmiere" (Synovialflüssigkeit), die durch durch die Gelenkschleimhaut gebildet wird. Die Gelenkschmiere hat die Aufgabe, die Reibung im Gelenk möglichst gering zu halten und den Knorpel zu ernähren.
Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, das Bewegungen in vielen Richtungen erlaubt. So ist das Hüftgelenk nicht nur beim normalen Gang, sondern auch bei Bewegungen wie Bücken, Drehen, Abspreizen und Anspreizen maßgeblich beteiligt.
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Das Hüftgelenk
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Hüftarthrose
Die Arthrose ist ein meist altersbedingter Verschleiß eines Gelenkes, bei dem es zu einem Knorpelabrieb kommt. Die Abriebpartikel verursachen eine Entzündungsreaktion, die zu vermehrter Schmierflüssigkeitsbildung führt. Zudem wirkt die Entzündung ab einem gewissen Grade selbst knorpelzerstörend, was zu noch mehr Knorpelzersetzung führt. Außerdem reagiert der Knochen auf die zunehmende Belastung zunächst mit stärkerer Verkalkung (Sklerosierung). Später wird er in die selbstzerstörende Entzündungsreaktion mit einbezogen. Es wird Knochen abgebaut und Zysten entstehen. Dafür bildet der Körper am Gelenkrand knöcherne Anbauten (Osteophyten) um das zerstörte Gelenk langfristig zu versteifen und damit den Schmerzzustand zu beenden.
Die Arthrose verläuft also in verschiedenen Stadien, die gut auf dem Röntgenbild sichtbar und zu beurteilen sind, weshalb das Röntgenbild das wichtigste Diagnostikum bezüglich der Arthrose ist.
Die Erkrankung läuft wellenförmig ab, so dass auf stärkste Schmerzzustände durchaus Intervalle folgen können, in denen der Patient schmerzfrei ist. Die Häufigkeit der Schmerzzustände nimmt aber im Verlauf der Erkrankung im selben Maße zu, wie sich die Dauer des beschwerdefreien Intervalls verkürzt.
Die wichtigste Botschaft in diesem Zusammenhang ist, dass Arthrose nicht heilbar ist und der Verlauf oft nur symptomatisch (lindernd) zu beeinflussen ist. Das heisst: wenn die Erkrankung soweit fortgeschritten ist, dass physikalische Therapiemaßnahmen, Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente keinen Nutzen mehr bringen, bleibt als letzte Maßnahme nur der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese). Für Interessierte sei hier folgender Link auf die Seite des Deutschen Arthrose Forums genannt:
Abbildung 1 |
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Abb. 1: Beckenübersichtsröntgenbild, das eine Arthrose des rechten Hüftgelenks mit Gelenkspaltverschmälerung, Sklerose, Osteophyten- und Zystenbildung sowie eine beginnende Arthrose des linken Hüftgelenks zeigt.
Abbildung 2 | |
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Abb. 2: Beckenübersichtsröntgenbild, das eine beidseitige Hüftgelenksarthrose bei Dysplasie zeigt.
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Hüftgelenkersatz
Im RKU werden jährlich mehr als 400 Hüft-Endoprothesen implantiert. Wir dürfen deshalb von uns behaupten, dass wir über die große Expertise verfügen, die Sie von uns erwarten.
Wir halten ein großes Portfolio moderner und bewährter Prothesen vor, die sich im Prothesendesign unterscheiden. Innerhalb des Designs liegen verschiedene Ausführungen und unterschiedliche Größen vor. Auf der Schaftseite unterscheiden wir Kurzschaft, Geradschaft, anatomischer Schaft und modularer Schaft. Auf der Pfannenseite verwenden wir moderne „Press-fit-Pfannen", die sich primär im Knochen verklemmen und sekundär vom Körper in den Knochen integriert werden. Defektsituationen können entweder durch Verwendung von Fremdknochen aus der von uns geführten Knochenbank oder durch Implantation von Tantal-Augmentaten behandelt werden.
Die Standardversorgung ist, abhängig von Alter und Knochensubstanz, die zementfreie Implantation von Schaft und Pfanne. Bei weicherer Knochenkonsistenz verwenden wir eine sogenannte „Hybrid-Verankerung"; gemeint ist die zementfreie Pfannenverankerung bei zementiertem Schaft. In Ausnahmefällen wird bei besonders weicher Knochensituation die Prothese komplett zementiert. Falls bei Ihnen Allergien nachgewiesen wurden, finden hypoallergene („allergiefreie") Implantate Anwendung.
Während Ihres ersten Besuches bei uns in der Ambulanz wird durch das persönliche Gespräch mit dem Arzt, die körperliche Untersuchung und anhand der Röntgenaufnahmen das Stadium der Arthrose und Ihre persönliche Beeinträchtigung festgestellt. Bitte bringen Sie zu diesem Termin alle bereits durchgeführten Untersuchungen, alle Röntgen-, CT- oder MRT-Bilder, ggf. Arztbriefe bestehender Nebenerkrankungen oder einen etwaig vorhandenen Allergiepass etc. mit.
Sollte bei Ihnen eine Endoprothese in Frage kommen, wird durch Beurteilung verschiedener Faktoren der Prothesentyp aus dem o. g. Portfolio für Sie ausgesucht. Zudem wird beurteilt, welcher Zugangsweg, ob minimalinvasiv oder seitlicher Standardzugang, für Sie in Frage kommt. Hierbei gehen wir gerne auf Ihre Vorstellungen ein und wägen sorgfältig unsere Überlegungen mit Ihnen ab.
Egal ob minimalinvasiver Zugang oder seitlicher Standardzugang: wir legen äußersten Wert auf größtmögliche Weichteilschonung. Die Folgen dieser Sorgfalt merken Sie, denn sie machen sich durch weniger Schmerzen, kürzere Liegedauer und schnellere Rekonvaleszenz bemerkbar.
Abbildung 3 |
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Abb. 3: Planung einer Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP).
Abbildung 4 |
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Abb. 4: Postoperatives Ergebnis (zementfreie Hüft-TEP mit Kurzschaft).
Stationäre Aufnahme und Operation
Am Vortag der Operation erfolgt die stationäre Aufnahme. Durch den Stationsarzt und den erfahrenen Operateur wird die Indikation zur Operation abschließend geprüft und die Operation verhindernde Faktoren (z.B. akute Erkrankungen) ausgeschlossen. Durch sie erfolgt auch die Aufklärung über die Operation, bei der erneut die Risiken der Operation mit dem Nutzen abgewogen werden. Die Risiken der Operation sollen auch hier nicht unerwähnt bleiben: sie sind im Wesentlichen die Blutung, der Bluterguss, die Infektion, die Nervenläsion, die Thrombose sowie die Embolie. Der stationäre Aufenthalt wird ca. 10 bis 14 Tage dauern. Anschließend wird eine Anschlussheilbehandlung (Rehabilitationsmassnahme, kurz: Reha) empfohlen und für Sie eingeleitet.
Während des Eingriffes wird Ihr Gelenk gegen ein künstliches Gelenk ausgetauscht. Der Eingriff dauert in aller Regel zwischen ein und zwei Stunden und kann in Allgemein- oder Teilnarkose durchgeführt werden. Welche Art der Narkose für Sie in Frage kommt, wird Ihr Narkosearzt mit Ihnen besprechen. Durch das prä- und intraoperative Blutmanagement der Anästhesieabteilung werden Fremdblutkonserven normaler Weise nicht benötigt. In der Regel verbringen sie die Nacht nach der Operation zur besseren Beobachtung auf der Intensivstation. Am ersten postoperativen Tag werden Sie auf die Normalstation verlegt, wo mit der Mobilisierung begonnen wird. Während des stationären Aufenthaltes werden Sie einen sicheren und selbständigen Gang wiedererlernen – in der Regel ohne Belastungseinschränkungen. Die Entlassung erfolgt, wenn Wund- und Weichteilverhältnisse regelhaft abgeheilt sind, Sie einen sicheren Gang erlernt haben, und keine medizinischen Gründe gegen eine Entlassung oder eine Verlegung zur Anschlussheilbehandlung sprechen.
Wechselendoprothetik des Hüftgelenks
Keine eingebaute Prothese hält ewig, vielmehr ist die Standzeit der Prothesen begrenzt. Meist liegt sie zwischen 10 bis 15 Jahren. Im Laufe dieser Zeit kommt es infolge von Abriebpartikeln zu einer Entzündungsreaktion, die dazu führt, dass Knochen abgebaut wird, und die Prothese somit aus dem Knochenbett auslockert. Durch diesen Prozess wird der Knochen geschwächt, so dass es bei nachgewiesener Lockerung zu einer zeitnahen Versorgung kommen sollte. Prinzipiell können die Prothesenteile isoliert voneinander locker werden (Pfanne oder Schaft), es können aber auch beide Teile (Pfanne und Schaft) von der Lockerung betroffen sein.
Ein wesentlicher Unterschied für die weitere Behandlung liegt in der Tatsache, ob bei der Lockerung Bakterien beteiligt waren oder nicht. Wir legen enormen Wert darauf, vor jeder Wechsel-Operation herauszufinden, ob Bakterien anwesend sind oder nicht. Denn ist die Lockerung auf eine von Bakterien verursachte Entzündung zurückzuführen, liegt eine Infektion vor. In diesem Fall muss neben der Implantatlockerung vor allem die Infektion (Osteomyelitis) behandelt werden. Hierzu muss die gesamte Prothese, unabhängig von ihrem Lockerungsgrad entfernt werden. Die Prothese wird dann durch einen antibiotikahaltigen Platzhalter ersetzt. Es erfolgt eine 6-wöchige Behandlung mit Antibiotika. Nach Absetzen der Antibiose wird der Nachweis geführt, dass Bakterien nicht mehr vorhanden sind, bevor - in der Regel nach 10 bis 12 Wochen - eine erneute Prothese implantiert wird (zweizeitige Wechseloperation).
Ist die Lockerung allein auf eine Entzündungsreaktion aufgrund des Abriebs zurückzuführen, sind also keine Bakterien vorhanden, dann kann der Wechsel in einer Operation erfolgen und vom Lockerungsgrad der Komponenten abhängig gemacht werden. Hierbei wird dann stets nur der lockere Anteil gewechselt.
Im RKU werden jährlich ca. 100 Prothesenwechsel an der Hüfte durchgeführt. Wir dürfen deshalb von uns behaupten, dass wir über die große Expertise verfügen, die Sie von uns erwarten. Wie in der Primärendoprothetik halten wir auch für die Wechselsituation ein grosses Repertoire an Revisions-, Sonder- und Spezialimplantaten vor, um auf die besondere Situation und Tücke in der Wechselsituation (große knöcherne Defekte, schlechte Knochenqualität, Knochenbrüche neben dem Implantatlager) reagieren zu können. Hierdurch ist gewährleistet, die biologische Situation des Gelenkes erneut möglichst gut zu rekonstruieren.
Wird während Ihres Besuches bei uns in der Ambulanz durch das persönliche Gespräch mit dem Arzt, die körperliche Untersuchung und anhand der Röntgenaufnahmen eine Prothesenlockerung festgestellt, so wird in der Regel am gleichen Tag eine Punktion des betroffenen Gelenkes durchgeführt. Die anschliessende mikrobiologische Untersuchung des gewonnenen Materials versucht, Bakterien nachzuweisen. Um ganz sicher zu gehen, dass keine Keime „übersehen" werden, wird das Material 14 Tage „bebrütet". Das endgültige Ergebnis steht also erst nach 14 Tagen fest. Zu diesem Zeitpunkt wird das weitere Vorgehen (einzeitiger oder zweizeitiger Wechsel) festgelegt und mit Ihnen besprochen.
Abbildung 5 |
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Abb. 5: Beckenübersichtsröntgenbild mit einer gelockerten Hüft-TEP rechts (Schaft und Pfanne); im Bereich der Pfanne findet sich eine große knöcherne Defektsituation (Pfeile).
Abbildung 6 |
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Abb. 6: Planung der Hüft-TEP-Wechsel-Operation.
Abbildung 7 |
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Abb. 7: Ausführung der Operation: Die Defektsituation der Pfanne war intraoperativ stärker ausgeprägt als präoperativ angenommen. Deswegen musste ein Spezialimplantat (Stützschale mit Knochentransplantat) verwendet werden.
Kniegelenksendoprothetik
Aufbau des Kniegelenkes
Wenn wir gehen, stehen, hocken oder sitzen, bewegen wir das größte Gelenk des Körpers: das Kniegelenk. Es verbindet den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein, die artikulierenden Gelenkflächen sind dabei die Oberschenkelrolle und der Schienbeinkopf. Ein Teil des Kniegelenks wird durch die Kniescheibe gebildet, die als Unterstützpunkt für die Kraftentwicklung der Quadrizepsmuskulatur dient. Das Kniegelenk kann im Wesentlichen nur in einer Ebene (Streckung/Beugung) bewegt werden. Nur am gebeugten Knie ist noch eine minimale Rotationsbewegung des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel möglich. Als Gleitfläche sind die Gelenkpartner mit Knorpel überzogen, das Gelenk wird durch eine Kapsel abgedichtet, innerhalb derer zur Reduktion des Widerstandes und der Ernährung des Knorpels Gelenkschmiere durch die Gelenkinnenhaut gebildet wird. Ähnlich einem Stoßdämpfer wirkt dieses hydraulische Prinzip und wird unterstützt durch die Menisci: halbmondförmige knorpelige Scheiben, die innen und außen zwischen den Gelenkflächen liegen.
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Kniearthrose
Die Arthrose ist ein meist altersbedingter Verschleiß eines Gelenkes, bei dem es zu einem Knorpelabrieb kommt. Die Abriebpartikel verursachen eine Entzündungsreaktion, die zu vermehrter Schmierflüssigkeitsbildung führt. Zudem wirkt die Entzündung ab einem gewissen Grade selbst knorpelzerstörend, was zu noch mehr Knorpelzersetzung führt. Außerdem reagiert der Knochen auf die zunehmende Belastung zunächst mit stärkerer Verkalkung (Sklerosierung). Später wird er selbst in die selbszerstörende Entzündungsreaktion mit einbezogen. Es wird Knochen abgebaut und Zysten entstehen. Dafür bildet der Körper am Gelenkrand knöcherne Anbauten (Osteophyten), um das zerstörte Gelenk langfristig zu versteifen und damit den Schmerzzustand zu beenden.
Die Arthrose verläuft also in verschiedenen Stadien, die gut auf dem Röntgenbild sichtbar und zu beurteilen sind, weshalb das Röntgenbild das wichtigste Diagnostikum bezüglich der Arthrose ist.
Die Erkrankung läuft wellenförmig ab, so dass auf stärkste Schmerzzustände durchaus Intervalle folgen können, die absolut schmerzfrei sind. Die Häufigkeit der Schmerzzustände nimmt aber im Verlauf der Erkrankung im selben Maße zu, wie sich die Dauer des beschwerdefreien Intervalls verkürzt.
Die wichtigste Botschaft in diesem Zusammenhang ist, dass Arthrose nicht heilbar ist und der Verlauf oft nur symptomatisch (lindernd) zu beeinflussen ist. Das heisst, wenn die Erkrankung soweit fortgeschritten ist, dass physikalische Therapiemaßnahmen, Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente keinen Nutzen mehr bringen, bleibt als letzte Maßnahme nur der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese). Für Interessierte sei hier folgender Link auf die Seite des Deutschen Arthrose Forums genannt:
www.deutsches-arthrose-forum.de/portal/rel00a.prod/deutsches-arthrose-forum/stat/portal/main.html
Gelenkersatz des Kniegelenkes
Das Kniegelenk besteht aus drei Gelenkkompartimenten: einem inneren und äußeren Kompartiment, sowie einem, der hinter der Kniescheibe liegt. Prinzipiell können diese Gelenkkompartimente unabhängig voneinander verschleißen. Erkennt man die Erkrankung früh genug und ist der Leidensdruck entsprechend, so kann man die einzelnen Kompartimente isoliert ersetzen, wie Abb. 8 und 9 zeigen.
Abbildung 8 |
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Abb. 8: Isolierter Ersatz des Kniescheibenkompartimentes durch eine Femoropatellarprothese. |
Abbildung 9 |
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Abb. 9: Isolierter Ersatz des medialen Gelenkkompartiments durch mediale Schlittenprothese. |
In den meisten Fällen ist die Erkrankung bei Diagnosestellung aber schon soweit fortgeschritten, dass alle drei Kompartimente betroffen sind und nur ein kompletter Oberflächenersatz in Frage kommt, wie es Abb. 3 zeigt.
Abbildung 10 |
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Abb. 10: Kompletter Kniegelenkersatz durch Oberflächenersatzprothese. |
Voraussetzung für einen Oberflächenersatz ist die Funktionsfähigkeit der Seitenbänder des Kniegelenks, und – je nach Prothesentyp – des hinteren Kreuzbandes. Sind diese Bänder nach Verletzungen oder durch die Dauer und das Ausmaß der sich entwickelnden Fehlstellung nicht funktionstüchtig, so muss auf einen höheren Kopplungsgrad der Prothese gewechselt werden. Der höhere Kopplungsgrad bedingt eine zusätzliche Verankerung des Impantats über Stiele.
Abbildung 11 | |
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Abb. 11: Stielverankerung der Kniegelenke: links teilgekoppeltes Knie, rechts achsgeführtes Knie.
Im RKU werden jährlich mehr als 350 Kniegelenksendoprothesen implantiert. Wir dürfen deshalb von uns behaupten, dass wir über die große Expertise verfügen, die Sie von uns erwarten.
Wir halten ein großes Portfolio moderner und bewährter Prothesen vor, die sich, entsprechend den o.g. Ausführungen vom Prothesendesign unterscheiden. Innerhalb des Designs liegen verschiedenen Ausführungen und verschiedene Größen vor, so dass wir je nach Krankheitsbild und persönlichen Wünschen für Sie eine individuelle Prothese finden.
Während Ihres ersten Besuches bei uns in der Ambulanz wird durch das persönliche Gespräch mit dem Arzt, die körperliche Untersuchung und anhand der Röntgenaufnahmen das Stadium der Arthose und Ihre persönliche Beeinträchtigung festgestellt. Bitte bringen Sie zu diesem Termin alle bereits durchgeführten Untersuchungen, alle Röntgen-, CT- oder MRT-Bilder, ggf. Arztbriefe bestehender Nebenerkrankungen oder einen etwaig vorhandenen Allergiepass etc. mit.
Sollte bei Ihnen eine Endoprothese in Frage kommen, wird durch Beurteilung verschiedener Faktoren der Prothesentyp aus dem o.g. Portfolio für Sie ausgesucht.
Stationäre Aufnahme und Operation
Am Vortag der Operation erfolgt die stationäre Aufnahme. Durch den Aufnahmearzt und den erfahrenen Operateur wird erneut die Indikation zur Operation abschließend geprüft und die Operation verhindernde Faktoren (z.B. akute Erkrankung) ausgeschlossen. Durch sie erfolgt auch die Aufklärung über die Operation, bei der erneut die Risiken der Operation mit dem Nutzen abgewogen werden. Die Risiken der Operation sollen auch hier nicht unerwähnt bleiben: sie sind im Wesentlichen die Blutung, der Bluterguss, die Infektion, die Nervenläsion, die Thrombose sowie die Embolie. Der stationäre Aufenthalt wird ca. 10 bis 14 Tage dauern. Anschließend wird eine Anschlussheilbehandlung (Rehabilitationsmassnahme, kurz: Reha) empfohlen und für Sie eingeleitet.
Während des Eingriffes wird Ihr Gelenk gegen ein künstliches Gelenk ausgetauscht. Der Eingriff dauert in aller Regel zwischen ein und zwei Stunden und kann in Allgemein- oder Teilnarkose durchgeführt werden. Welche Art der Narkose für Sie in Frage kommt, wird Ihr Narkosearzt mit Ihnen besprechen. Durch das prä- und intraoperative Blutmanagement der Anästhesieabteilung werden Fremdblutkonserven normalerweise nicht benötigt. In der Regel verbringen sie die Nacht nach der Operation zur besseren Beobachtung auf der Intensivstation. Am ersten postoperativen Tag werden Sie auf die Normalstation verlegt wo mit der Mobilisierung begonnen wird. Während des stationären Aufenthaltes werden Sie einen sicheren und selbständigen Gang wiedererlernen – in der Regel ohne Belastungseinschränkungen. Ein Hauptaugenmerk liegt in der Wiederherstellung der Beweglichkeit des Kniegelenkes. Bis zur Entlassung sollte ein Bewegungsausmaß von voller Streckung und mindestens 90° Beugung, unabhängig vom präoperativen Befund, vorliegen.
Die Entlassung erfolgt, wenn Wund- und Weichteilverhältnisse regelhaft abgeheilt sind, Sie einen sicheren Gang erlernt haben, und keine medizinischen Gründe gegen eine Entlassung oder eine Verlegung in die Anschlussheilbehandlung sprechen.
Wechselendoprothetik des Kniegelenks
Keine eingebaute Prothese hält ewig, vielmehr ist die Standzeit der Prothesen begrenzt. Meist liegt sie zwischen 10 bis 15 Jahren. Im Laufe dieser Zeit kommt es infolge von Abriebpartikeln zu einer Entzündungsreaktion, die dazu führt, dass Knochen abgebaut wird, und die Prothese somit aus dem Knochenbett auslockert. Durch diesen Prozess wird der Knochen geschwächt, so dass es bei nachgewiesener Lockerung zu einer zeitnahen Versorgung kommen sollte. Prinzipiell können die Prothesenteile isoliert von einander locker werden (Oberschenkelrollenkomponente oder Schienbeinkopfkomponente), es können aber auch beide Teile (Oberschenkelrollenkomponente und Schienbeinkopfkomponente) von der Lockerung betroffen sein.
Ein wesentlicher Unterschied für die weitere Behandlung liegt in der Tatsache, ob bei der Lockerung Bakterien beteiligt waren oder nicht. Wir legen enormen Wert darauf, vor jeder Wechsel-Operation herauszufinden, ob Bakterien anwesend sind oder nicht. Denn ist die Lockerung auf eine von Bakterien verursachte Entzündung zurückzuführen, liegt eine Infektion vor. In diesem Fall muss neben der Implantatlockerung vor allem die Infektion (Osteomyelitis) behandelt werden. Hierzu muss die gesamte Prothese, unabhängig von ihrem Lockerungsgrad entfernt werden. Die Prothese wird dann durch einen antibiotikahaltigen Platzhalter ersetzt. Es erfolgt eine 6-wöchige Behandlung mit Antibiotika. Nach Absetzen der Antibiose wird der Nachweis geführt, dass Bakterien nicht mehr vorhanden sind, bevor - in der Regel nach 10 bis 12 Wochen - eine erneute Prothese implantiert wird (zweizeitige Wechseloperation).
Ist die Lockerung allein auf eine Entzündungsreaktion aufgrund des Abriebs zurückzuführen, sind also keine Bakterien vorhanden, dann kann der Wechsel in einer Operation erfolgen und vom Lockerungsgrad der Komponenten abhängig gemacht werden. Hierbei wird dann stets nur der lockere Anteil gewechselt.
Im RKU werden jährlich ca. 50 Prothesenwechsel am Knie durchgeführt. Wir dürfen deshalb von uns behaupten, dass wir über die große Expertise verfügen, die Sie von uns erwarten.Wie in der Primärendoprothetik halten wir auch für die Wechselsituation ein großes Repertoire an Revisions-, Sonder- und Spezialimplantaten vor, um auf die besondere Situation in der Wechselsituation (große knöcherne Defekte, schlechte Knochenqualität, Knochenbrüche neben dem Implantatlager) reagieren zu können. Hierdurch ist gewährleistet, die biologische Situation des Gelenkes erneut möglichst gut zu rekonstruieren.
Wird während Ihres Besuches bei uns in der Ambulanz durch das persönliche Gespräch mit dem Arzt, die körperliche Untersuchung und anhand der Röntgenaufnahmen eine Prothesenlockerung festgestellt, so wird in der Regel am gleichen Tag eine Punktion des betroffenen Gelenkes durchgeführt. Die anschliessende mikrobiologische Untersuchung des gewonnenen Materials versucht, Bakterien nachzuweisen. Um ganz sicher zu gehen, dass keine Keime „übersehen" werden, wird das Material 14 Tage „bebrütet". Das endgültige Ergebnis steht also erst nach 14 Tagen fest. Zu diesem Zeitpunkt wird das weitere Vorgehen (einzeitiger oder zweizeitiger Wechsel) festgelegt und mit Ihnen besprochen.














