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Fußchirurgie

 

Einleitung

Leonardo da Vinci, der große Künstler der italienischen Renaissance beschrieb den Fuß so: "Der menschliche Fuß ist ein Kunstwerk aus 26 Knochen, 107 Bändern und 19 Muskeln".

Unser ganzes Körpergewicht lastet auf den Füßen. Vielfältige Probleme können unsere Füße verursachen. Der Fuß kann in verschiedene Bereiche eingeteilt werden, in den Vorfußbereich mit den Zehen, den Mittelfuß und den Rückfußbereich. Unten aufgeführt sind die bedeutsamsten Erkrankungen des Fuß dargestellt, welche wir häufig behandeln.

Ansprechpartner

  • Dr. med. Rita Taurman
    Dr. med. Rita Taurman
    Oberärztin
  • Dr. med. Olivia Trappe
    Dr. med. Olivia Trappe
    Funktionsoberärztin

Sprechstundentermine

  • Freitags von 8:00 bis 13:00 Uhr

Einen Sprechstundentermin können Sie zeitnah durch einen Anruf bei unserem Patientenservice unter der Nummer 0731 – 177-2000 erhalten.

Anlässlich Ihrer Vorstellung in unserer Sprechstunde sollten Sie alle Unterlagen inklusive Bildgebung (auch im Verlauf) mitbringen, um Doppeluntersuchungen und Verzögerungen zu vermeiden.

Vorfußchirurgie

Beschwerden des Vorfußes treten häufig in der Folge einer Spreizfußdeformität auf. Die Großzehe kann deformiert werden, indem sie nach außen abgedrängt wird. Dies kann ein Druckproblem im Schuh und auch einen Konflikt mit den benachbarten Kleinzehen nach sich ziehen und diese verformen. Auch Belastungsschmerzen unter den Mittelfußköpfchen können als Folge des Spreizfußes auftreten.

An Therapiemöglichkeiten stehen Einlagenversorgung und Zurichtungen am Schuh zur Verfügung. Sind die nichtoperativen Möglichkeiten ausgeschöpft und treten weiterhin Beschwerden auf oder die Deformität schreitet fort, so stehen eine beträchtliche Auswahl operativer Maßnahmen zur Verfügung, die abhängig von der Ausprägung der Deformität zum Einsatz kommen. Hierzu wird in der Regel ein Röntgenbild benötigt, welches unter Belastung des Fußes angefertigt wird.

Hallux valgus

Die häufigste Vorfußdeformität ist in der Regel durch einen Spreizfuß verursacht. Mit zunehmender Ausprägung der Deformität kommt es zum Schuhkonflikt und zu einer Kompromittierung der benachbarten Zehen, die von der Großzehe verdrängt wird.

Abbildung 1

Abbildung 2

Abb. 1 und 2: Hallux valgus (Abweichen der Großzehe nach außen) mit Deformität der Kleinzehen (links), dazugehöriges Röntgenbild (rechts).

Abhängig von den gemessenen Winkeln im Röntgenbild wird das operative Verfahren gewählt. Je ausgeprägter die Fehlstellung, desto aufwändiger ist das operative Verfahren. Im Folgenden werden verschiedene operative Verfahren anhand von Beispielen vorgestellt, die an unserer Klinik durchgeführt werden.

Abbildung 3

Abbildung 4

Abbildung 5

Abb. 3, 4 und 5: Hallux valgus leichter Ausprägung, versorgt mit einer Chevronosteotomie zur Korrektur der Fehlstellung, fixiert mit einer Doppelgewindeschraube.

Abbildung 6

Abbildung 7

Abb. 6 und 7: Vor und nach Korrektur einer mittelgradigen Vorfußdeformität mit Hallux valgus und Krallenzehdeformität durch Basisosteotomie, Akin-Osteotomie, PIP-Arthrodese und Weilosteotomie. Die Fixation erfolgte durch eine winkelstabile Platte und Zugschrauben am ersten Strahl.

Abbildung 8

Abbildung 9

Abb. 8 und 9: Vorfußkorrektur mittels Lapidusarthrodese, Chevronosteotomie, PIP-Arthrodesen und Weilosteotomie bei schwerster Vorfußdeformität. Die Fixation erfolgte mit winkelstabiler Platte und Zugschraube.

Arthrose des Großzehengrundgelenks

Bei der Arthrose des Großzehengrundgelenks kommt es zur zunehmenden schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Gelenks. Im Röntgenbild kann dies erkannt werden. An Behandlungsmöglichkeiten stehen zu Beginn Spezialeinlagen und/oder Abrollhilfen am Schuh zur Verfügung. An operativen Therapiemöglichkeiten kommen zu Beginn noch gelenkerhaltende Operationen, bei weit fortgeschrittener Arthrose kommt die Versteifung dieses Gelenkes in Frage.

Abbildung 10

Abbildung 11

Abb. 10 und 11: Arthrose des Großzehengrundgelenkes vor der Operation.

Abbildung 12

Abbildung 13

Abb. 12 und 13: Operative Versteifung des Großzehengrundgelenks (Arthrodese) bei einer schmerzhaften Arthrose.

Abbildung 14

Abbildung 15

Abb. 14 und 15: Rheumatische Vorfußdeformität mit Hallux valgus und Zerstörung der Grundgelenke der Kleinzehen. Der erste Strahl wurde korrigiert und durch eine Versteifungsoperation fixiert. Die zerstörten Mittelfußköpfchen 2-4 wurden entfernt. Hierdurch ist es der Patientin wieder möglich, schmerzfrei zu gehen.

Mittel- und Rückfußchirurgie bei Arthrose

Bei Arthrosen des Mittel- und Rückfußes wird versucht, mit Einlagen und Schuhzurichtungen die Beschwerden zu beeinflussen. Führt dies nicht zur Linderung, so wird die operative Versteifung einzelner Gelenke durchgeführt. Die totalendoprothetische Versorgung des oberen Sprunggelenks wird ebenfalls in unserem Haus angeboten und stellt bei ausgewählten Indikationen (z.B. rheumatoider Arthritis) eine Therapieoption dar.

Abbildung 16

Abbildung 17

Abbildung 18

Abbildung 19

Abb. 16 bis 19: Arthrose des oberen Sprunggelenks vor und nach versteifender Operation (Arthrodese). Zur Fixation der Versteifung wurden Schrauben eingebracht.

Abbildung 20

Abbildung 21

Abbildung 22

Abbildung 23

Abb. 20 bis 23: Arthrose des oberen und unteren Sprunggelenks; eine versteifende Operation (Arthrodese) wurde am oberen und unteren Sprunggelenk mit einem Arthrodesenagel durchgeführt.

Rückfußdeformität

Deformitäten wie Knick-Plattfuß und Klumpfuß haben ihre Ursachen im Mittel- und Rückfuß. Bei Schmerzen im  Jugend- und Erwachsenenalter wird zuerst versucht, die Beschwerden durch Einlagen, Schuhzurichtungen, ggfs. orthopädisches Schuhwerk zu lindern. Bei Entscheidung zu operativen Maßnahmen wird das Ausmaß der Deformität und der Beschwerden, sowie das Röntgenbild herangezogen. Zur Klumpfußdeformität siehe das entsprechene Kapitel unter Kinderorthopädie.

Abbildung 24

Abbildung 25

Abb. 24 und 25: Schmerzhafter Knick-Plattfuß, welcher bei einem Jugendlichen durch Aufrichtung des Fußlängsgewölbes korrigiert wurde. Hierfür wurde zwischen dem Fersenbein und dem Würfelbein ein Knochenspan eingebracht (Calcaneo-Cuboidarthrodese).

Achillessehnenruptur

Der Riß der Achillessehne ist häufig eine Folge von Vorschädigungen. Sehr häufig muß er mittels Naht der Sehne operativ therapiert werden, um eine gute Funktion (Zehenstand, Laufen) wiederherzustellen. Nach der Operation ist eine lange Nachbehandlungsdauer von ca. 3 Monaten erforderlich, da Sehnengewebe nur langsam heilt.

Osteochondrosis dissecans tali

Die Osteochondrosis dissecans der Talusschulter am oberen Sprunggelenk (Durchblutungsstörung des Sprungbeines) kann bei Beschwerden im Erwachsenenalter durch Anbohrung des Knochens behandelt werden, um die Durchblutung zu verbessern. Ist der Knorpel-Knochen-Komplex bereits eingebrochen, kann eine Knorpel-Knochentransplantation (OATS oder Mosaikplastik) durchgeführt werden. Hierzu werden ein oder mehrere Knorpel-Knochenzylinder aus dem Kniegelenk entnommen, welche dann im Sprungbein (Talus) eingesetzt werden und den zerstörten Gelenkanteil ersetzen. Hierzu ist es oft nötig, dass der Innenknöchel durchtrennt werden muss, um den Defekt im Sprungbein behandeln zu können. Der Innenknöchel wird anschließend wieder mit einer Schraube und einem Draht fixiert. Eine mehrere Woche dauernde Entlastung zur Einheilung des Knorpel-Knochenzylinders und Innenknöchelheilung ist hierfür nötig.

Abbildung 26

Abbildung 27

Abb. 26 und 27: Osteochondrosis dissecans (Pfeil) vor Operation und nach Knorpel-Knochentransplantation. Zur Einbringung des Knorpel-Knochenzylinders wird der Innenknöchel durchtrennt und anschließend mit Schraube refixiert.

Abbildung 28

Abb. 28: Röntgenbild desselben Patienten mit Ausheilungsergebnis nach Metallentfernung vom Innenknöchel.

Eigene Publikationen und Vorträge aus dem Bereich Fußchirurgie

  • Dornacher D, Reichel H, Taurman R. Späte Diagnose bei tarsalen Coalitiones. Jahreskongress der Vereinigung für Kinderorthopädie, Münster, 2014
  • Woelfle JV, Reichel H, Javaheripour-Otto K, Nelitz M. Clinical outcome and magnetic resonance imaging after osteochondral autologous transplantation in osteochondritis dissecans of the talus. Foot Ankle Int 2013; 34:173-179
  • Woelfle JV, Reichel H, Nelitz M. Indications and limitations of osteochondral autologous transplantation in osteochondritis dissecans of the talus. Knee Sports Traumatol Arthrosc 2013; 21:1925-1930
  • Taurman R, Lippacher S, Reichel H. Etablierte Fortschritte in der Kinderorthopädie. Klumpfuß, Knick-Plattfuß, Hüftdysplasie, Patellofemorale Instabilität. Orthopädie im Profil, Ulm, 2013
  • Taurman R. Rückfußdeformitäten: Diagnostik und Versorgungskonzepte. Fortbildungsveranstaltung, Orthopädischen Universitätsklinik Ulm, 2011
  • Decker T, Birke A, Milikic L, Reichel H. Mittel- und langfristige Ergebnisse nach dorsomedialer Arthrolyse beim kongenitalen Klumpfuß. In: Reichel H, Krauspe R (Hrsg) Langzeitergebnisse der Kinderorthopädie, 2003, S. 25-32
  • Reichel H, Lebek S, Milikic L, Hein W. Posteroplantar release for congenital clubfoot in children younger than 1 year. Clin Orthop Relat Res 2001; 387:183-190
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