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Stand: 10.07.2017

Knorpelschaden

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen zu Knorpelschäden am Kniegelenk und deren Behandlung. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die allgemeinen Informationen zum Thema Gelenkerhaltende Chirurgie am Kniegelenk.

Knorpelschäden können an jedem Gelenk des menschlichen Körpers auftreten. Am häufigsten betroffen ist jedoch das Kniegelenk. Hier können Knorpelschäden zu anhaltenden Schmerzen und Schwellungszuständen führen. Insbesondere dann, wenn noch nicht das gesamte Gelenk betroffen ist, kann eine Operation zu einer anhaltenden Verbesserung der Beschwerden führen und die Ausweitung von Knorpelschäden verhindern.

Abhängig von Ort und Größe des Knorpelschadens kommen prinzipiell folgende Operationsverfahren in Frage:

Knorpeltransplantation

(Matrixgestützte autologe Chondrozytentransplantation, MACT)

Das biologisch hochwertigste Verfahren. In einem ersten Eingriff werden körpereigene Knorpelzellen entnommen und im Labor in einer Membran angezüchtet. Diese wird bei einem zweiten Eingriff in den Knorpeldefekt eingebracht (siehe Abb. 1). Kooperationspartner des RKU ist für dieses Verfahren die Firma Tetec in Tuttlingen. Dieses Verfahren kommt für Knorpelschäden ab einer Größe von 2,5 cm² in Betracht.

Matrixgestützte autologe Chondrozytentransplantation, MACT

Abb. 1: Eingenähte Knorpelmatrix an der Rückseite der Kniescheibe.

Membrangestützte Knorpelgeneration

(autologe matrixinduzierte Chondrogenese, AMIC)

Knorpeltherapie mit Membran in einer Operation. Die Membran wird in den Knorpeldefekt eingebracht, nachdem dieser angebohrt wurde, um das Einwandern von Stammzellen zu ermöglichen (siehe Abb. 2). Die Stammzellen können langfristig neues Knorpelgewebe aufbauen.

autologe matrixinduzierte Chondrogenese, AMIC

Abb. 2: Eine Kollagenmembran zur AMIC

Microfrakturierung und Pridiebohrung

(Knochenmarkstimulation)

In einem Eingriff arthroskopisch anzuwenden. Der Knorpeldefekt wird präpariert und der Grund mehrfach mit einem Micromeißel (Microfrakturierung) oder einem feinen Bohrer (Pridiebohrung) perforiert, um das Einwandern von Stammzellen zu ermöglichen (siehe Abb. 3).

Microfrakturierung und Pridiebohrung

Abb. 3: Schematische Darstellung der Microfrakturierung

Autologe osteochondrale Transplantation

(OATS)

Bei kleinen Knorpelschäden. Insbesondere bei kombinierten Knorpel- und Knochenschäden werden gesunde Knorpel-Knochen-Zylinder aus einem mechanisch weniger beanspruchten Bereich in den geschädigten Bezirk versetzt (siehe Abb. 4). Der „Hebedefekt“ wird entweder mit künstlichen Knorpel-Knochen-Zylindern oder mit Knochenmaterial aufgefüllt.

Autologe osteochondrale Transplantation

Abb. 4: Schematische Darstellung der OATS

Nachbehandlung

Bei jeder Art von Knorpeloperation darf der Bereich für die ersten sechs Wochen nach der Operation nicht voll belastet werden, da der „neue“ Knorpel sich erst stabilisieren bzw. bilden muss. Bis zur vollen beruflichen und/oder sportlichen Belastbarkeit dauert es bis zu einem Jahr. Detaillierte Angaben zur Nachbehandlung erhalten Sie in einem Nachbehandlungsschema. Häufig sind Kombinationseingriffe erforderlich, um z. B. den Meniskus zu reparieren oder zugrundeliegende Achsfehlstellungen oder Instabilitäten zu beheben.

Eigene Publikationen aus dem Bereich gelenkerhaltende Chirurgie am Kniegelenk

  • Dornacher D, Reichel H, Kappe T. Does tibial tuberosity-trochlear groove distance (TT-TG) correlate with knee size or body height? Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2016; 24(9):2861-7
  • Sgroi M, Faschingbauer M, Reichel H, Kappe T. Can the frontal tibiofemoral alignment be assessed on anteroposterior knee radiographs? J Orthop Traumatol 2016; 17:339-343
  • Faschingbauer M, Nelitz M, Urlaub S, Reichel H, Dornacher D. Return to work and sporting activities after high tibial osteotomy. Int Orthop 2015; 39(8):1527-1534
  • Joos H, Leucht F, Riegger J, Hogrefe C, Fiedler J, Dürselen L, Reichel H, Ignatius A, Brenner RE. Differential interactive effects of cartilage traumatization and blood exposure in vitro and in vivo. Am J Sports Med 2015; 43(11):2822-2832
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  • Lippacher S, Dreyhaupt J, Williams SR, Reichel H, Nelitz M. Reconstruction of the medial patellofemoral ligament: Clinical outcomes and return to sports. Am J Sports Med 2014; 42(7):1661-1668
  • Dornacher D, Reichel H, Lippacher S. Measurement of tibial tuberosity-trochlear groove distance: Evaluation of inter- and intraobserver correlation dependent on the severity of trochlear dysplasia. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2014; 22(10):2382-2387
  • Nelitz M, Williams RS, Lippacher S, Reichel H, Dornacher D. Analysis of failure and clinical outcome after successful medial patellofemoral ligament reconstruction in young patients. Int Orthop 2014; 38(11):2265-2272
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  • Nelitz M, Dreyhaupt J, Reichel H, Woelfle J, Lippacher S. Anatomic reconstruction of the medial patellofemoral ligament in children and adolescents with open growth plates: Surgical technique and clinical outcome. Am J Sports Med 2012; 41(1):58-63
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  • Lippacher S, Reichel H, Nelitz M. Radiological criteria for trochlear dysplasia in children and adolescents. J Pediatr Orthop B 2011; 20(5):341-344
  • Nelitz M, Dornacher D, Dreyhaupt J, Reichel H, Lippacher S. The relation of the distal femoral physis and the medial patellofemoral ligament. Knee Surg Sports Traumtol Arthrosc 2011; 19(12):2067-2071

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