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Interventionelle Verfahren (Injektionen)

Die Injektionstherapie wird seit Jahrzehnten in der Schmerztherapie und Orthopädie sowohl zur Diagnostik als auch zur Behandlung von Schmerzen erfolgreich genutzt. Der folgende Beitrag soll Ihnen einen Überblick über die häufigen Injektionsverfahren und deren Ablauf verschaffen.

Warum macht man Injektionen?

Bei korrekter Durchführung stellt die Injektion ein sicheres Verfahren dar, um schmerzlindernde Substanzen an den Ort der Schmerzentstehung zu bringen. Hierbei handelt es sich entweder um lokale Betäubungsmittel, sogenannte Lokalanästhetika, oder um eine Mischung aus Lokalanästhetika und einem Kortisonpräparat. Injektionen bringen dabei keine Heilung, sondern sollen nur den akuten Schmerz abfangen, um Ihnen die Teilnahme am intensiven Programm zu ermöglichen. Wichtig ist die Kombination mit aktivierenden Maßnahmen. Mit einer Injektion kann man nichts "wegspritzen", sondern nur vorübergehend dämpfen. Die Zeit nach der Injektion muss man aber nutzen, um selbst aktiver zu werden (Rückenschulung, Physiotherapie, Bewegungsbad, Walking) - weil die aktiven Maßnahmen sind die, welche man langfristig auch Zuhause ausüben kann.

Muss man eine Injektion bekommen?

Auf keinen Fall. Eine Injektion ist kein Muss. Da bei zahlreichen schmerzhaften Zuständen Faktoren wie muskuläre Dysbalance, Überlastung, Fehlhaltung usw. eine Rolle spielen und diese sehr gut auf Physiotherapie und physikalische Maßnahmen ansprechen, ist eine Injektion häufig gar nicht nötig. Die Entscheidung zu einer Injektionstherapie wird kritisch abgewogen und zwischen Ihnen, dem Arzt beziehungsweise dem behandelnden Team abgesprochen.

Wie wirken Lokalanästhetika und das Kortison?

Die Lokalanästhetika sind Medikamente, welche Nerven betäuben. Da die Nervenstrukturen wie Stromkabel die Schmerzen leiten, ist die Dämpfung dieser Leitung das Ziel der Lokalanästhesie. Kortison hat einen antientzündlichen und abschwellenden Effekt. Da die Ursache der Schmerzen häufig von gereizten Strukturen ausgeht, hilft das Kortison, die Schmerzen zu dämpfen.

Wohin genau wird injiziert?

Je nach Beschwerdebild kann an verschiedene Strukturen injiziert werden. Bei Rückenschmerzen können es schmerzhafte Muskelverhärtungen (sog. Triggerpunkte), kleine Wirbelgelenke, gereizte Nervenwurzeln oder der Wirbelkanal sein. Die Art der Schmerzen entscheidet, welche Injektion am vorteilhaftesten ist.

Wie erfolgt die Injektionstherapie?

Grundsätzlich erfolgt die Entscheidung zu einer Injektion im gemeinsamen Gespräch mit dem Arzt und Therapeuten. Hier kann der Grund und die Art der Injektion besprochen werden und der Zeitpunkt festgelegt werden. Für die richtige Indikationsstellung ist es wichtig ihre Medikamente sowie alle Nebenerkrankungen und Allergien zu kennen. Manche Medikamente müssen vor der Injektion abgesetzt werden.

Die meisten Injektionen erfolgen unter Zuhilfenahme von bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Sonographie oder Computertomographie. Dies hilft uns, die Prozedur schnell und präzise durchzuführen. Daher finden die meisten Injektionsverfahren in der Röntgenabteilung (Erdgeschoss) statt. Der Patient begibt sich zum vereinbarten Zeitpunkt (diesen macht man bei der täglichen Visite aus) in die Röntgenabteilung und meldet sich am Patientenschalter. Von hier aus wird er zu einem der Interventionsräume navigiert.

Im Interventionsraum befinden sich entsprechende Geräte, die Patientenliege und die Injektionsutensielen. Der Patient wird von der medizinisch technischen Assistentin angeleitet und auf einer Liege platziert. Die Injektionsstelle wird entkleidet, und anschließend desinfiziert.
Ein Rasieren von behaarten Stellen ist vor der Prozedur nicht notwendig. Da viele Injektionen in Bauchlage stattfinden, sollte man unmittelbar vor der Injektion möglichst auf große Mahlzeiten verzichten. Auch auf Injektionen unmittelbar nach Wärmeanwendungen sollte man wegen erhöhter Gewebedurchblutung verzichten.

Unter Zuhilfenahme des entsprechenden bildgebenden Verfahrens wird vom Arzt anschließend der Zielort der Injektion festgelegt. Anschließend erfolgt die Punktion der Nadel durch die Haut, langsames, kontrolliertes Vorschieben der Nadel, sowie Injektion des Medikaments an die Zielstruktur. Diese Prozedur wird je nach Anzahl der Zielstrukturen ein bis sechs mal wiederholt.



Wichtig: Falls Sie Angst oder unangenehme Erfahrungen mit Interventionen haben, sprechen Sie dies bitte ruhig bei uns an. In der Regel sind die Patienten eher angenehm überrascht, weil sie das Unbekannte fürchten und sich die Prozedur schlimmer vorstellen.


Auf was muss ich während und nach der Spritze achten?
Obwohl die Injektionen mit höchster Präzision und Sorgfalt durchgeführt werden und Nebenwirkungen oder Komplikationen sehr selten sind, sollte man nach einer Injektion erst mal im Wartebereich für ca 30 min verweilen.



Wann sollte man auf Injektionen verzichten?
Grundsätzlich sollte die Injektionsbehandlung nicht überreizt werden. Da es sich um eine invasive Maßnahme handelt (und jede invasive Maßnahme birgt Risiken) und der Körper nicht mit Kortison überladen werden sollte, ist die Anwendung von Injektionen begrenzt. Ein weiterer wichtiger Punkt, den man erwähnen muss ist, dass Injektionen passive Maßnahmen sind und diese alleine wenig wirksam sind. Patienten, welche in ihrer Schmerzkrankheit weit fortgeschritten sind, Patienten mit komplexen Schmerzbildern (keine eindeutige schmerzhafte Struktur identifizierbar oder zuviele Lokalisationen) sowie Patienten, welche nur passive Maßnahmen wollen (Spritze, Massage, Wärme) sollten keine Injektionen erhalten.
 

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