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Dr. Elke Schuler
Julia Laun

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Presse News

Ein offenes Ohr für Patienten und Mitarbeiter

Daniela Jäkle folgt RKU Klinikpfarrer Günter Bohnet nach, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.

BU: Die Klinikseelsorgerinnen Daniela Jäkle (l.) und Jutta Schnitzler sind ein gutes Team
Foto: RKU

Nachfolgerin in der evangelischen Seelsorge an den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm wird Daniela Jäkle, die das Team mit ihrer katholischen Kollegin Jutta Schnitzler wieder komplett macht. 16 Jahre lang war sie zuvor gemeinsam mit ihrem Mann als Gemeindepfarrerin in Heidenheim tätig. Die studierte Theologin und Diakoniewissenschaftlerin lernte den Klinikalltag bereits während eines einjährigen Aufenthaltes in Frankreich, in einem Krankenhaus westlich von Paris kennen und hat Erfahrungen in der Notfallseelsorge.

Beide Seelsorgerinnen sind sich einig: Wir sind über alle Konfessionen hinweg für die Patienten und Mitarbeiter im Haus da und bieten jedem der es möchte ein offenes Ohr in schwierigen Situationen und Lebenslagen.

RKU nun 100-prozentige Tochter des Uniklinikums Ulm

Nach Abschluss der laufenden Prüfverfahren und erfolgter Zustimmung der zuständigen Behörden gehen am 30. November 2021 die bisherigen Anteile der Sana Kliniken AG an das Uniklinikum Ulm (UKU) über, das damit alleiniger Gesellschafter des RKU wird.

Bereits im März hatten sich Uniklinikum und Sana Kliniken AG auf die vollständige Übertragung der Gesellschaftsanteile an das UKU verständigt.

Das RKU wird ab diesem Zeitpunkt als eine 100-prozentige Tochter des UKU fortgeführt. Die Sana Kliniken AG wird im Rahmen eines Managementvertrags weiterhin das RKU begleiten und mit dem bisherigen Geschäftsführer Matthias Gruber für weitere Jahre eine größtmögliche Stabilität und Kontinuität anstreben.

Die Mitteilung des Uniklinikums Ulm zum Gesellschafterwechsel finden Sie hier:

PI_2021_12_01_Uniklinikum jetzt alleiniger Gesellschafter des RKU

Risikofaktor schwere körperliche Arbeit –  Aktivitätsniveau als Einflussgröße und Frühsymptom identifiziert

(Von: Pressestelle Uni Ulm)

Wer im Beruf körperlich schwere Arbeit verrichtet, erkrankt offenbar häufiger an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) als zum Beispiel Büroangestellte.

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ulmer Universitätsmedizin. Insgesamt scheint das Aktivitätsniveau Einfluss auf Krankheitsentstehung und -​verlauf zu haben: Die Forschenden aus Neurologie und Epidemiologie haben einen plötzlichen Abfall der körperlichen Betätigung erstmals als ALS-​Frühsymptom identifiziert und gezeigt, dass moderate Bewegung nach Krankheitsbeginn die durchschnittliche Überlebensdauer erhöht. Nun ist die Studie, die auf dem umfangreichen ALS-​Register Schwaben basiert, online in „Neurology“ erschienen.

Haben körperlich shchwer arbeitende Steinmetze, Holzfäller oder Spitzensportler ein erhöhtes Risiko, an Amyotropher Lateralsklerose zu erkranken? Und kann physische Aktivität den Krankheitsverlauf beeinflussen? Diese Forschungsfragen waren Ausgangspunkt einer umfangreichen Studie der Ulmer Universitätsmedizin, in der die gesamte Lebensspanne der Teilnehmenden betrachtet wird. „Bereits seit den 1960-er Jahren wird schwere körperliche Arbeit als ALS-​Risikofaktor diskutiert. Auslöser waren die Erkrankungen des prominenten US-​Baseballspielers Lou Gehrig und einiger italienischer Fußballspieler an Amyotropher Lateralsklerose“, erklärt Professor Albert Ludolph, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie (RKU).

Bei der ALS (2-3 Fälle pro 100 000 Personen/Jahr) gehen die so genannten Motoneurone zugrunde. Symptome reichen von Lähmungserscheinungen über den Verlust der Sprache bis zum Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein. Trotz neuer therapeutischer Ansätze ist die relativ seltene Erkrankung weiterhin unheilbar und führt etwa zwei bis fünf Jahre nach der Diagnose zum Tod. Die Studienlage, ob körperlich schwere Arbeit Krankheitsentstehung und -​verlauf beeinflusst, ist bisher uneindeutig.

Daher haben Ulmer Forschende aus Neurologie und Epidemiologie diesen Zusammenhang sowie den Einfluss der körperlichen Gesamtaktivität in einer groß angelegten Studie zu überprüft. Die Basis bildet das ALS-​Register Schwaben, in dem seit 2010 alle neu diagnostizierten Fälle der Region erfasst sind. Für die aktuelle Studie haben 393 ALS-​Erkrankten sowie 791 gesunde Kontrollpersonen in standardisierten Interviews Auskunft über Dauer und Art ihrer Aktivitäten in verschiedenen Lebensphasen gegeben (mit 20, 30, 40, 50 und 60 Jahren). Dabei wurden sie gebeten, physische Belastungen bei der Arbeit und in der Freizeit einzuteilen: Zum einen in „schweißtreibende Aktivitäten“ wie intensiven Sport oder die Arbeit eines Landwirts, Bauarbeiters oder Steinmetz. Und zum anderen in leichte Anstrengungen wie Bürotätigkeiten oder Radfahren. Aus diesen Angaben berechneten die Forschenden den „MET-​Wert“, also die Energie-​Aufwendung bezogen auf Stunden pro Woche (1 MET= Sauerstoffverbrauch von 3,5 ml/kg/min).

„Mit diesen umfangreichen Daten von Betroffenen und aus der gesunden Kontrollgruppe erhoffen wir uns Aufschluss über schwere körperliche Arbeit als möglichen ALS-​Risikofaktor. Außerdem untersuchen wir den Einfluss der physischen Aktivität auf den Krankheitsverlauf“, resümiert Erstautorin PD Dr. Angela Rosenbohm, Oberärztin und Wissenschaftlerin an der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie.

Die Ergebnisse der statistischen Auswertung haben unmittelbare klinische Relevanz:

Offenbar hängt die körperliche Gesamtaktivität der Studienteilnehmenden nicht mit einem erhöhten ALS-​Risiko zusammen. Erkrankte und Kontrollgruppe gaben auf die Lebensspanne bezogen ein vergleichbares Belastungsniveau an. Bei den ALS-​Patientinnen und -​Patienten zeigte sich allerdings rund 5 Jahre vor der Diagnose ein signifikanter Aktivitäts-​Abfall. Die Forschenden vermuten, dass bereits vor Symptombeginn subklinische Verschlechterungen oder krankheitsbezogene Veränderungen des Stoffwechsels sowie des Lebensstils eintreten. Insgesamt zeigt der Vergleich mit der gesunden Kontrollgruppe, dass schwere körperliche Arbeit mit einem fast doppelt so hohen ALS-​Risiko assoziiert ist. Bewegung in der Freizeit hat offenbar keine vergleichbar negativen Auswirkungen. „Allerdings könnten auch andere noch unbekannte Belastungen am Arbeitsplatz das Erkrankungsrisiko beeinflussen“, erläutert Professorin Gabriele Nagel vom Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universität Ulm.

Weiterhin hängt die mittlere Überlebensdauer nach der Diagnose offenbar mit dem Aktivitätsniveau zusammen: Die kürzeste Überlebensspanne mit 15,4 Monaten hatten inaktive ALS-​Erkrankte. Aber auch die körperlich agilste Gruppe verstarb bereits nach durchschnittlich 19,3 Monaten. Bei einem moderaten Betätigungslevel von 10,5 MET/h pro Woche – das entspricht etwa zwei Stunden Fahrrad fahren in diesem Zeitraum – war die mittlere Überlebensdauer mit 29,8 Monaten am höchsten.

 „Mit dem Aktivitäts-​Abfall etwa 5 Jahre vor der Diagnose haben wir vor allem erstmals ein stoffwechselassoziiertes Frühsymptom der ALS entdeckt. Außerdem konnten wir zeigen, dass körperliche Aktivität auch nach Symptombeginn die Überlebensdauer beeinflusst “, betont Dr. Angela Rosenbohm. Die möglichen Auswirkungen krankheitsbedingter Veränderungen des Stoffwechsels oder des Lebensstils auf das Aktivitätsniveau müssen in künftigen Forschungsvorhaben genauer untersucht werden. Aber schon jetzt zeigt die Studie ALS-​Patientinnen und -​patienten Chancen auf, wie sie den Krankheitsverlauf ohne Medikamente selbst beeinflussen können: „Auch nach Symptombeginn würden wir zu moderater Bewegung raten“, bekräftigt Seniorautor Professor Ludolph.

Die aktuelle Studie hat mehrere Vorteile: Zum einen bietet das umfangreiche ALS-​Register Schwaben eine einmalige Datengrundlage – und zum anderen sorgt die Umrechnung der körperlichen Gesamtaktivitäten in METs für eine größere

Vergleichbarkeit. Die Erinnerung der Studienteilnehmer an teilweise weit zurückliegende Aktivitäten, könnte hingegen eine Einschränkung sein.

Zum ALS-​Register Schwaben

Die nun veröffentlichte Studie beruht auf dem ALS-​Register Schwaben. Darin sind alle neu diagnostizierten Fälle in der Region erfasst. Ziel des Registers, das ein Gebiet mit 8,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern abdeckt, ist die Bestimmung der ALS-​Inzidenz sowie möglicher Risikofaktoren. Hierfür umfasst das Register eine Kontrollgruppe, die den ALS-​Patientinnen und -​Patienten in Alter und Geschlecht entspricht. So sollen Verhaltensweisen identifiziert werden, die Krankheitsentstehung und -​verlauf beeinflussen können. Daher werden Informationen zu chronischen Erkrankungen, zur Einnahme von Medikamenten sowie zu Lebensstilfaktoren wie Bewegung oder Rauchen erhoben.

Das ALS-​Register Schwaben und die nun veröffentlichte Studie werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.
www.uni-​ulm.de/med/epidemiologie-​biometrie/forschung/register/als-​register/

Life Course of Physical Activity and Risk and Prognosis of Amyotrophic Lateral Sclerosis in a German ALS Registry. Angela Rosenbohm, Raphael Peter, Johannes Dorst, Jan Kassubek, Dietrich Rothenbacher, Gabriele Nagel, Albert C Ludolph, The ALS Registry Swabia Study Group. Neurology Oct 2021, 10.1212/WNL.0000000000012829; DOI: 10.1212/WNL.0000000000012829

Focus-Ranking: Orthopädie und Neurologie als Top-Kliniken

Das RKU ist mit seiner Orthopädie und seiner Neurologie in der aktuellen FOCUS-Klinikliste wieder als TOP-Klinik in mehreren Bereichen aufgeführt.

Die Orthopädische Universitätsklinik unter dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Heiko Reichel wird von der Focus-Redaktion empfohlen für die Bereiche Hüftchirurgie, Knochenkrebs und Sportmedizin/-orthopädie; die Neurologische Universitätsklinik unter dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Albert C. Ludolph ist zum wiederholten Male für die Bereiche Demenzen, Multiple Sklerose sowie Parkinson gelistet.

Für die Bewertung des Klinikrankings hat das Rechercheinstitut FactField über 50 verschiedene Quellen ausgewertet, unter anderem gingen fach- und abteilungsspezifische Fallzahlen ein, Umfragen in Krankenhäusern und unter Ärzten, Angaben aus dem Qualitätsmanagement und Zertifikate einschlägiger Fachgesellschaften.

Nach dem Abschluss geht es gleich weiter mit der Karriere in der Pflege

Absolventinnen und Absolventen haben ihre dreijährige Ausbildung als Pflegefachkraft im RKU abgeschlossen. Bei einer kleinen Abschiedsfeier gab es für die examinierten Pflegekräfte Zeugnisse. Alle Absolventen bleiben dem RKU als Pflegenachwuchskräfte erhalten.

Die Pflegeschule des RKU bot im Oktober 2018 erstmals die dreijährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege an. Die jungen Männer und Frauen, die jetzt ihren Abschluss in der Tasche haben, waren sozusagen Pioniere im RKU. In den drei Ausbildungsjahren lernten die zukünftigen Pflegefachkräfte in Theorie und Praxis das Zusammenspiel von Hightech-Medizin in den unterschiedlichsten Abteilungen auf den Stationen kennen, welche persönlichen Bedürfnisse die Gesundheitsförderung der Patienten erfordern und dass die Pflege viel Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe, Organisationstalent, Kreativität und Fachwissen benötigt.

Auch in Zeiten von Covid-19 und während des Lockdowns wurden die theoretischen Lerninhalte in der Pflegeschule unter besonderen Voraussetzungen vermittelt: Mit Videokonferenzen, Materialbereitstellung über das Internet und gemeinsamem Arbeiten. „Der Schulalltag hat während der Corona-Pandemie allen Beteiligten Flexibilität und Übung abverlangt“, resümiert Michaela Hansen, Leiterin der Berufsfachschulen Pflege am RKU, „und wurde von Lehren wie Schülern aber durchweg positiv wahrgenommen und gemeistert.“

Mit ihrem Abschluss als examinierte Pflegefachkräfte in der Tasche bleiben alle Absolventen dem RKU treu und starten in ihrer bisherigen Ausbildungsstätte auch ins Berufsleben. „Unsere Absolventen sind mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft für einen anspruchsvollen Beruf gewappnet, der Ihnen viele Perspektiven und einen zukunftssicheren Arbeitsplatz bietet sowie die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren“, freuen sich auch die RKU-Pflegedirektorinnen Helene Maucher und Catharina Bothner.

So geht es für drei der Absolventen im RKU gleich weiter mit der Karriereplanung in der Pflege: Bei einem so genannten Onboarding-Programm lernen sie unter anderem Grundlagen der Beatmung und setzen sich mit der Patientenüberwachung und Patientenversorgung im High Care Bereich auseinander.

Das RKU steuert mit seiner 2015 gegründeten Pflegeschule dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegen. Die Pflegeschule im RKU läuft erfolgreich und bietet neben der dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft auch die einjährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe an. „Unser Ziel ist es, den Pflegenachwuchs in unseren Pflegeschulen selbst zu generieren und damit dem Fachkräftemangel maximal zu begegnen“, so RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber.

Am 1. Oktober 2021 startet wieder ein neuer Ausbildungsgang für die dreijährige Pflegeausbildung. Der Unterricht findet im wochenweisen Rhythmus abwechselnd mit zwei Wochen Praxis statt. Auf die Azubis kommen 2100 Unterrichtsstunden in Theorie und 2500 Stunden in der Praxis zu. Mit der Ausbildung als Pflegefachkraft stehen den Nachwuchskräften neben der Übernahme im RKU auch viele Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten offen, bei entsprechenden Voraussetzungen bis hin zum Studium.

Die Schlaganfalleinheit der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU erhält höchste EU-Zertifizierungsstufe

Höchste Zertifizierung für Stroke Unit am RKU

Die Stroke Unit der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU ist nun mit der höchsten Zertifizierungsstufe im europäischen Raum, dem Stroke-Center-Siegel der European Stroke Organisation (ESO), ausgezeichnet worden.

In Deutschland erleiden ca. 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Die Betroffenen benötigen innerhalb weniger Stunden eine Therapie in spezialisierten Kliniken (sog. Stroke Units), um die Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. „Die Folgen eines Schlaganfalls hängen unter anderem erheblich davon ab, wie schnell und professionell die Patienten behandelt werden“, sagt Dr. Katharina Althaus, zuständige Oberärztin der Stroke Unit der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU. „Die Behandlung auf einer spezialisierten Schlaganfalleinheit ist hier von enormer Bedeutung für den weiteren Verlauf. Gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist es wichtig, dass die Patienten schnell notärztliche Hilfe suchen. Nur so kann eine unverzügliche und bestmögliche Versorgung auch weiterhin gewährleistet werden.“

In der Universitätsklinik für Neurologie am RKU werden Schlaganfallpatienten exzellent und auf medizinisch höchstem Niveau versorgt. Die Stroke Unit ist zertifiziert als „Überregionale Stroke Unit“ von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Damit wird bescheinigt, dass in allen Abläufen der Patientenversorgung systematische und nachvollziehbare Qualitätsstandards angewendet werden. Voraussetzungen für eine solche Auszeichnung sind unter anderem eine sehr gute personelle und apparative Ausstattung sowie eine hohe Fallzahl (pro Jahr). Neben den mobilen Überwachungsbetten gibt es ein Team aus speziell geschulten Fachärzten, Pflegepersonal und Therapeuten.

Hinzu kommt nun das Stroke-Center-Siegel der europäischen Schlaganfallorganisation ESO, die höchste Zertifizierungsstufe für die Behandlung von Schlaganfallpatienten auf europäischer Ebene. Deutschlandweit erfüllen bisher nur wenige Kliniken die strengen Qualitätskriterien der Europäischen Schlaganfallorganisation.
„Wir sind stolz darauf, dass wir die Zertifizierung nicht nur deutschlandweit durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft, sondern auch auf europäischer Ebene, durch die europäische Schlaganfallorganisation ESO, erlangt haben“, sagt Prof. Dr. Albert C. Ludolph, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU.

Jährlich werden im RKU über 4.000 Patienten, mit steigender Tendenz, notfallmäßig versorgt. Bei neurologischen Notfällen wie dem Schlaganfall ist neben der Qualität der Versorgung vor allem eines enorm wichtig: die Zeitspanne zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Therapiebeginn. Verursacht werden Hirninfarkte durch Blutgerinnsel, die entweder aufgrund von lokalen Engstellen oder Verletzungen der Gefäßwand an hirnversorgenden Arterien entstehen oder aus anderen Körperregionen wie zum Beispiel dem Herzen über den Blutstrom verschleppt werden. Es kommt zu einem Gefäßverschluss, sodass die Sauerstoffzufuhr des Hirns unterbrochen wird und die Nervenzellen absterben. Neben der Möglichkeit einer intravenösen Lysethe-rapie, bei der ein Medikament das Blutgerinnsel auflösen kann, können Blutgefäße auch mittels einer Angiographie-Anlage wieder geöffnet werden. Hierfür steht im RKU das Team um PD Dr. Kornelia Kreiser, Chefärztin der Neuroradiologie, bereit. Bei Patienten mit lebensgefährlichen Gefäßerkrankungen wird ein kleiner Katheter in die verschlossenen Gefäße eingeführt, mit einem winzigen Ballon aufgeweitet und das Blutgerinnsel von innen verschlossen und herausgezogen.
Je früher hier eine Therapie eingeleitet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Betroffenen keine Langzeitschäden davontragen.

Als Mannschaftsarzt bei den etwas anderen Olympischen Spiele

Dr. Rainer Eckhardt, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Integrierte Rehabilitation am RKU, ist als Mannschaftsarzt der deutschen Turner bei den Olympischen Spielen in Tokio mit dabei. Für den Orthopäden und Diplom-Sportlehrer sind es die ersten Olympischen Spiele, die er als Mannschaftsarzt betreuen darf. Der erste Eindruck in Japan ist geprägt von strikten Hygienevorkehrungen und der Erleichterung darüber, dass die Spiele mit einem Jahr Verspätung nun endlich stattfinden können.

Für knapp drei Wochen tauscht Dr. Rainer Eckhardt seinen Arztkittel mit dem Trainingsanzug der deutschen Athleten bei Olympia: Der Ärztliche Direktor des Zentrums für Integrierte Rehabilitation am RKU betreut dort als Mannschaftsarzt die deutschen Turner. Er sorgt dafür, dass sowohl das Frauen-Team mit Sarah Voss, Pauline Schäfer-Betz, Kim Bui und Elisabeth Seitz als auch das Männer-Team mit Lucas Dauser, Andreas Toba, Philipp Herder und Nils Dunkel eine optimale sportärztliche Betreuung während der Spiele erhält. „Für mich ist das eine große Ehre und auch eine besondere Verantwortung“, sagt Dr. Rainer Eckhardt, der erstmals für das gesamte Team zuständig ist und bereits seit 1995 die deutschen Turnerinnen betreut.

Die Eröffnungsfeier der um ein Jahr verschobenen Olympischen Spiele am Freitag hat der Ulmer Arzt gemeinsam mit seinen Schützlingen und der Crew vor dem Bildschirm im olympischen Dorf erlebt: Die Turn-Männer waren bereits am Samstag am Start und wollten sich dafür schonen. „Da bleiben wir alle aus Solidarität beieinander“, sagt Dr. Eckhardt.

In Japan war die Turner-Crew schon zehn Tage vor dem eigentlichen Olympia-Start angekommen: Zunächst ging es zum Akklimatisieren nach Joetsu City, 300 Kilometer von Tokio entfernt, wo die Sportler und ihre Betreuer in Quarantäne mussten. „Die Hygieneregeln sind hier sehr strikt und werden permanent überwacht“, sagt Dr. Eckhardt. Bereits am Flughafen wurde den Ankömmlingen eine Gesundheits-App auf das Handy gespielt, täglich würden Sportler und Betreuer auf das Corona-Virus getestet. „Das ist manchmal schon ein irres Procedere“, sagt Dr. Eckhardt. Auch an die Temperaturen von 35 Grad Celsius und das schwülwarmen Klima musste man sich erst einmal gewöhnen.

Im olympischen Dorf können sich die Sportler und Betreuer in ihren Hochhaus-Unterkünften weitgehend frei bewegen, und sind doch isoliert von der Bevölkerung. Ein lockeres Miteinander, wie es von anderen Olympischen Spielen her bekannt ist, gebe es in Tokio nicht. Zu den Wettkämpfen werden die Athleten und Betreuer mit Bussen gefahren. Ausflüge in die Innenstadt sind verboten. Bei den Wettkämpfen spüre man trotz fast leerer Zuschauerränge dennoch den olympischen Geist, so Eckhardt, und man treffe auch mal beim Essen oder draußen andere Athleten aus Ländern, wie man sie sonst nie persönlich zu Gesicht bekäme.

Und so schwärmt Dr. Eckhardt trotz aller Einschränkungen vom besonderen Flair vor Ort: Die Spiele seien sehr gut organisiert und die freiwilligen Helfer durchweg freundlich und hilfsbereit. „Auch die Athleten sind einfach nur dankbar, dass die Spiele nun stattfinden können, wenn auch unter anderen Bedingungen“, sagt Dr. Eckhardt, der früher auch selbst aktiv in der Bundesliga geturnt hat. „Dafür leben die Sportler und haben jahrelang trainiert.“

Ein Begleiter für Patienten und Mitarbeiter

Nach zehn Jahren im RKU und über 20 Jahren im Beruf des Seelsorgers verabschiedet sich Pfarrer Günter Bohnet in den Ruhestand. Für den evangelischen Geistlichen war es ein Geschenk, Begleiter zu sein, nicht nur für Patienten, sondern auch für Mitarbeiter mit all den Herausforderungen und Alltagsgeschichten. Am 15. Juli 2021 wird Pfarrer Bohnet bei einem Gottesdienst im RKU verabschiedet.

Zehn Jahre lang war Pfarrer Günter Bohnet als evangelischer Seelsorger in den Kliniken RKU tätig. Dabei hat der 65-Jährige in den Beruf des Seelsorgers erst spät gefunden: Als studierter Sozialpädagoge arbeitete er in der ersten Hälfte seines Berufslebens mit Kindern und Jugendlichen und war als Referent in der evangelischen kirchlichen Jugendarbeit tätig. Ein Jahr verbrachte er in Israel bei einer Gemeinschaft evangelischer Mönche. „Das war eine ganz wichtige Zeit für mich, diese Situation in Israel vor Ort zu erleben“, erinnert sich Günter Bohnet.

Nach über 20 Jahren Jugendarbeit stellte sich ihm die Frage, wie lange er mit Jugendlichen noch arbeiten wolle. Damals kam eine Anfrage der evangelischen Kirche, ob er nicht als Quereinsteiger ins Pfarramt wechseln wolle. „Für Laien war das in Württemberg damals auch ohne Theologiestudium möglich“, erzählt Bohnet. Doch die Anfrage kam für ihn in einer familiär schwierigen Zeit: Sein Sohn, der mit einem Herzfehler zur Welt gekommen war, war kurz zuvor verstorben. Wie sollte er da Menschen begleiten und als Seelsorger auftreten, wenn er gerade selbst mit Gott haderte?

Günter Bohnet entschied sich in dieser schweren Zeit für die Seelsorge. Schritt für Schritt sei er den Weg damals ins Pfarramt gegangen. „Ich hatte eine gute Gemeinde“, sagt er. „Dass ich Pfarrer geworden bin, ist ein Zeichen dafür, dass der liebe Gott Humor hat.“

2011 wechselte er nach elf Jahren als Gemeindepfarrer in Gerstetten und Beimerstetten ins Krankenhaus – ins RKU nach Ulm. „Für mich war immer wichtig, den Menschen nahe zu sein“, sagt der gebürtige Göppinger. „Das ist die wesentliche Ausdrucksform von Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit“. In der Klinik konnte sich Bohnet fortan noch mehr auf den Menschen konzentrieren bei Krankenbesuchen, Gottesdiensten, Gesprächen mit Mitarbeitern und Patienten – zu jeder Tages- und auch Nachtzeit. Als Vertretung wurde Pfarrer Bohnet auch in andere Klinikstandorte gerufen.

Als Seelsorger blieb ihm im Klinikdienst auch mehr Zeit, sich hinzusetzen und auch einmal eine Stunde zuzuhören, sagt Pfarrer Bohnet, während Ärzte und Pflege oft darunter gelitten hätten, dass sie diese Zeit nicht haben. „Das sind letztlich systemgeschuldete Dinge, an denen man nichts ändern kann.“
Die letzten eineinhalb Jahre sei es aufgrund von Corona und Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln nicht leicht gewesen, den Menschen wirklich nahe zu kommen. „Die Corona-Zeit hat mich gewissermaßen angefochten, weil alles, was mit Nähe und Vertrauen schaffen zu tun hat, reduziert und unmöglich gemacht wurde“, bedauert Bohnet. „Ich hoffe sehr, dass bald wieder mehr Begegnung möglich sein wird.“

Gerade in der Zeit, als keine Besucher zu ihren Angehörigen ins Krankenhaus kommen durften, sei es wichtig gewesen, als Stellvertreter bei den Kranken zu sein. „Es war eine Beruhigung für Angehörige, dass jemand da ist“, sagt Pfarrer Bohnet. Er erhielt in dieser Zeit auch mehr Anrufe, ob er nach Angehörigen sehen könne. Und im RKU waren auch in der Corona-Zeit die Seelsorger nicht ausgeschlossen und durften zu den Patienten.

Wie wichtig die Seelsorge in einer Klinik ist, beschreibt Bohnet mit einer Anekdote: Einmal habe er eine Stationsleitung gefragt, ob jemand Bedarf habe. Die Stationsleitung habe kurz aufgesehen und gemeint: Ja, alle.
Dass klerikale Ratschläge dabei weniger gefragt sind, als ein vertrauensvolles Gespräch, hat Pfarrer Bohnet bei seinen Besuchen am Krankenbett erlebt. Einmal erklärte ein Patient, er wolle ausdrücklich keinen Pfarrer sehen. Günter Bohnet besuchte den Mann trotzdem – er käme schließlich als Mensch, der sich für ihn und seine Situation interessiere. Das Gespräch mit dem Seelsorger habe dem Patienten letzten Endes gutgetan, berichtet Bohnet lächelnd: „Beim Verlassen des Krankenzimmers meinte der Patient: Sie dürfen gerne wiederkommen.“ Auch viele sterbende Patienten hat Pfarrer Bohnet begleitet. Er erinnert sich an einen älteren Mann, der kein Gespräch mehr wollte. Nur schweigen. „Und dann durfte ich seine Hand halten und wir haben 20 Minuten lang geschwiegen“, sagt Bohnet. Das sei schwer für ihn gewesen. „Es ist schwierig zu sehen, wenn man Menschen leiden sieht und man ihnen nicht so helfen kann, wie man will.“

Die Konfession habe bei seiner Arbeit in den wenigsten Fällen eine Rolle gespielt. Religion habe viel mit Tradition zu tun. Aber in den meisten Fällen wollten die Patienten reden und gehört werden – egal, ob mit einem evangelischen oder katholischen Seelsorger. Mit seiner katholischen Seelsorger-Kollegin habe er auch immer ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis gepflegt. Auch Mitarbeiter haben immer wieder Rat bei Pfarrer Bohnet gesucht, wenn es etwa um hohe Arbeitsbelastung oder Schwierigkeiten am Arbeitsplatz ging. Zu vielen hat der Seelsorger über die Jahre hin ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut.
Mit seiner Entscheidung, Pfarrer und Seelsorger zu werden, ist Günter Bohnet sehr zufrieden. „Ich bin durchaus auch ein kirchenkritischer Mensch“, sagt er, „aber ich habe mich hier immer am richtigen Ort gefühlt.“ Zum 1. August tritt Pfarrer Günter Bohnet in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin in der evangelischen Seelsorge im RKU wird ab 1. November 2021 Pfarrerin Daniela Jäkle antreten.

Wie Exzellenzentwicklung in der Pflege und Gesundheitsversorgung aussehen kann

Am 08. und 09. Juli hat am RKU der 4. Ulmer Pflegemanagementkongress stattgefunden. Unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der den Kongress mit einer Videobotschaft einläutete, trafen sich Pflege-Experten aus aller Welt – vor Ort und in diesem Jahr zum ersten Mal auch online.
„Die Zukunft der Pflege hat begonnen“, mit diesen Worten begrüßte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die rund 300 Teilnehmer des diesjährigen Pflegemanagementkongresses, der am 08. Und 09. Juli 2021 bereits zum vierten Mal an den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm stattgefunden hat.
Auch Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, um diesen „Auswärts-Termin“ wahrzunehmen und die Zuhörerschaft in Ulm willkommen zu heißen. Darunter waren Führungskräfte und Experten im Gesundheitswesen, Pflegewissenschaftler, Pflegepädagogen und Pflegefachkräfte aus unterschiedlichen Sektoren und Ländern.
 
An beiden Kongresstagen stand das Magnetkrankenhaus-Modell im Fokus: ein Zertifizierungsprogramm für exzellente Pflege aus den USA. Unter anderem berichteten die Belgier Paul Van Aken (Chief Nursing Officer), Johnny Van der Straeten (Chief Executive Officer) und Danny Van heusden (Magnet Program Director), Universitätsklinikum Antwerpen, von ihren Erfahrungen und den Vorbereitungen zu der Re-Zertifizierung. Das Universitätsklinikum Antwerpen ist in Europa das erste Magnetkrankenhaus und besticht durch sehr gute Pflegequalität, zu der hohe Fachkompetenz, Pflegeforschung und neue Pflegekonzepte, Zufriedenheit des Personals und der Patienten sowie eine offene Kommunikation gehören.
 
Auf die „Reise zum Magnetkrankenhaus“ haben sich auch die Kliniken RKU gemacht und berichten auf dem Kongress von den aktuellen Entwicklungen. Meilensteine sind eine evidenzbasierte Pflege, Akademisierung und Pflege auf Augenhöhe. Konkret bedeutet das Kennzahlen wie zum Beispiel die Dekubitus-Rate, Stürze mit Verletzungen, Infektionsraten etc. transparent zu machen und mit den Ergebnissen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in der Patientenversorgung einzuleiten und die Pflegequalität zu verbessern. Das gelingt mitunter auch durch die digitale Patientenakte, die seit zweieinhalb Jahren am RKU etabliert ist. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule Neu-Ulm und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg haben Mitarbeiter außerdem die Chance, sich durch ein Studium fortzubilden und Führungskompetenzen weiterzuentwickeln. Dadurch werden neue Karrierewege aufgezeigt. „Uns geht es dabei nicht nur um die Qualitätssteigerung durch Zahlen, Daten und Fakten“, erklärt RKU-Pflegedirektorin Helene Maucher. „Wir möchten einen Kulturwandel in deutschen Krankenhäusern erreichen.“
 
Ein weiterer wichtiger Schritt für das RKU ist die Teilnahme an der Studie „Magnet 4 Europe“ – als eines von 60 Krankenhäusern in Europa, davon 20 in Deutschland. Die Studie zielt auf die Neugestaltung und Verbesserung der klinischen Arbeit von Ärzten und Pflegefachkräften ab und fokussiert insbesondere die Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter (z.B. Berufszufriedenheit, Burn-Out, Abwesenheitsrate, Retention usw.) sowie der Patientensicherheit und des Patientenoutcomes durch die Umgestaltung der Arbeitsumgebung anhand der Magnet® Prinzipien. Jedem teilnehmenden Krankenhaus in Europa wird eine zertifizierte Magnet® – Klinik in den USA als Zwillingspartner zugeteilt. Über zwei Jahre arbeiten die Partner zusammen, bilden Foren, tauschen sich aus und fungieren als lernende Einheit. Diese begonnene Studie ist bislang die größte Initiative zur Verbesserung des Arbeitsumfelds im europäischen Umfeld.
 
Die Studie wurde auf dem Kongress von Julia Köppen vorgestellt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Management im Gesundheitswesen an der Technischen Universität Berlin. Aus den USA berichteten Prof. Dr. Roberta Christopher von der Jacksonville University, Florida, und Laurie Smith, Billings Clinic, Montana, der Magnet® Partnerklinik des RKU.
 
Der Nachwuchs-Pflegemanager des Jahres 2021, Schahin Fallah Shirazi, referierte zum Thema „Führung in Krisensituationen“. Der Bereichsleiter Intensivstationen und Schwerbrandverletztenzentrum am Sana Klinikum Offenbach tritt für eine Pflege ein, die sich nach der Entwicklung eines neuen gesellschaftlichen Bildes bemüht, die auch über die Pandemie hinaus das Berufsbild in ein neues Licht rückt. „Ich sehe uns in Zukunft als eine selbstbewusste Profession, die sich aktiv an der Suche nach neuen Lösungen beteiligt und zu ihrem Beruf steht.“
 
Weitere Referenten waren Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor am „Center for Health Care Management and Regulation“ der Leipzig Graduate School zum Thema „Change Management“ sowie Joachim Prölß, Direktor für Patienten- und Pflegemanagement und Personalvorstand am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu dem Thema „Exzellenz braucht Führung – Führungskräfte entwickeln ist kein Zufallsprodukt“. Außerdem gab Dr. Jens Schick, Vorstandsmitglied und COO der Sana Kliniken AG, Impulse für eine zukünftige Gesundheitsversorgung. Zahlreiche weitere Experten der Pflege brachten sich mit inhaltlichen Konzepten, die der Verbesserung der Patientenversorgung dienen, ein und belebten den Wissensaustausch.
 
 
 

Die Kapselverletzung von Nationalspieler Thomas Müller, die Patellasehnenreizung von Mats Hummels – Fußballer sind für Knieverletzungen besonders anfällig, wie man gerade wieder bei der Fußball-EM aktuell beobachten kann. Doch wie kommt es zu Sportverletzungen und wie beugt man diesen – auch als Hobbysportler – vor? Darüber gibt Orthopäde Prof. Dr. Thomas Kappe, Leitender Oberarzt und Sektionsleiter Sportorthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU Auskunft.

Herr Professor Kappe, welche Verletzungen treten beim Fußball am häufigsten auf?
Prof. Dr. Thomas Kappe: Besonders häufig sind das Knieverletzungen. Insbesondere Kreuz- und Seitenbandrisse sowie Meniskusverletzungen treten oft auf. Aber auch im Bereich der Hüft- und Sprunggelenke oder der Schulter gibt es beim Fußball häufig Verletzungen.

Warum gerade das Knie?
Zum einen wird das Kniegelenk beim Fußball, insbesondere beim Spielen mit Stollenschuhen, besonders beansprucht. Zum anderen ist der Kapsel-Band-Apparat aufgrund seines komplexen Aufbaus im Allgemeinen schon verletzungsanfällig. Ferner dienen Ober- und Unterschenkel als lange Hebel, die im Kniegelenk enorme Kräfte einwirken lassen. Die Schutzstrukturen des Kniegelenkes, eben gerade Bänder und Menisken, sind dementsprechend belastet.

Welche Verletzungen können dadurch entstehen?
Zum einen sind es Überlastungsreaktionen dieser Strukturen, die durch die immer wiederkehrenden Be- und Überlastungen oder auch Mikrorisse im Gewebe stetig zunehmen und schließlich in einer Verletzung gipfeln- Bespiel Knorpelschäden am Knie. Zum anderen treten akut Verletzungen auf, beispielsweise bei einem Verdrehtrauma des Kniegelenkes mit Riss des vorderen Kreuzbandes. Der Großteil dieser Verletzungen tritt paradoxerweise ohne Einwirkung des Gegners auf.

Was empfehlen Sie, um sich vor Sportverletzungen bestmöglich zu schützen?
Viel Wert sollte auf die Prävention, also das Vermeiden von Sportverletzungen gelegt werden. Von der FIFA gibt es etwa das Präventionsprogramm „FIFA 11+“, das alle Bundesliga-Vereine und Nationalmannschaften aber auch Amateurmannschaften in ihr Aufwärmprogramm integriert haben. Es dauert 20 Minuten und sollte zwei Tage in der Woche durchgeführt werden. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass durch konsequentes Anwenden der Übungen weniger schwere Sportverletzungen bei Fußballern auftreten. Generell gilt aber: nicht unvorbereitet auf den Fußballplatz gehen, sorgfältig aufwärmen und auf eine solide Grundfitness achten. So kann man sich selber am besten vor Verletzungen schützen.

Wenn dann doch mal etwas passiert ist: Was ist bei einer Sportverletzung zu tun?
Bei Sportverletzungen gilt das PECH-Schema: Pause, Eis, Compression (Kompression) und Hochlagern der verletzten Extremität. Ziel ist es, die Schmerzen und die Schwellung schnellstmöglich zu reduzieren. Gerade im Profisport wie bei den Fußballern gilt der Grundsatz: Jede Minute zählt. Bei starken Beschwerden sollte eine ärztliche Vorstellung erfolgen. Die weiterführende Abklärung und Behandlung gehört dann in die Hände von Spezialisten, damit der Sportler möglichst bald wieder auf den Platz zurückkehren kann.

Ein Spezialist für Erkrankungen der Wirbelsäule

Privat-Dozent Dr. Timo Zippelius leitet ab April 2021 die Sektion Wirbelsäule an der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm am RKU.

Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung erleben mindestens einmal eine Episode mit Rückenschmerzen. In den meisten Fällen sind diese nur von kurzer Dauer und unspezifisch.

Sollten allerdings bestimmte Ursachen der Auslöser sein, gilt es diese ärztlich behandeln zu lassen. Beim Aufspüren der Schmerzursache bedarf es deshalb der Hilfe von Spezialisten wie PD Dr. Timo Zippelius. Der gebürtige Karlsruher war nach seinem Studium in Berlin an der Charité tätig und arbeitete zuletzt an den Waldkliniken Eisenberg/Universitätsklinikum Jena in Thüringen als Oberarzt im Department Wirbelsäule. Er freut sich nun darauf, wieder nach Süddeutschland zurückzukehren.

Als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie besitzt er die Zusatzbezeichnung „Spezielle Orthopädische Chirurgie“ und verfügt über einen großen Erfahrungsschatz im Bereich der konservativen und operativen Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen. Zur Expertise des 39-Jährigen gehören komplexe wirbelsäulenchirurgische Maßnahmen wie Korrekturen von Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen), degenerative Wirbelsäulenerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle und Wirbelkanaleinengungen (Stenosen) sowie die Revisionschirurgie.

„Mit seiner Expertise ergänzt Herr PD Dr. Zippelius hervorragend das bisherige Spektrum der orthopädischen Wirbelsäulenbehandlung im RKU“, sagt Prof. Dr. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU. „Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Spezialisten aus den Bereichen der Schmerztherapie und dem Querschnittgelähmtenzentrum können wir eine optimale Behandlung bei Wirbelsäulenerkrankungen anbieten.“

PD Dr. Zippelius wird die Wirbelsäulenbehandlung am RKU mit seinen konservativen und operativen Bereichen als Sektionsleiter übernehmen. Den Schwerpunkt will er auf eine vernetzte und interdisziplinäre Einheit des gesamten Spektrums der Wirbelsäulentherapie fokussieren. „Die Teamarbeit ist für die optimale Versorgung unserer Patienten sehr wichtig, deshalb bin ich froh, dass mit Oberärztin Dr. Carolin Melcher und Oberärztin PD Dr. Julia Wölfle-Roos bereits zwei erfahrene Kolleginnen am RKU arbeiten, die den operativen und konservativen Bereich seit Jahren begleiten“, so Zippelius.

Weiterhin verfügt das RKU über eine der größten Schmerzambulanzen in Baden-Württemberg, die das gesamte Spektrum der orthopädischen Behandlung von Patienten mit Rückenleiden anbietet. Von der konservativen Therapie beim Bandscheibenvorfall über minimalinvasive Operationen bis zur multimodalen Schmerztherapie oder Skoliose-Behandlung. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit dem Querschnittgelähmtenzentrum am RKU hervorzuheben. Erst vor wenigen Wochen wurde die Abteilung um acht Betten erweitert.

„Neben der klinischen Arbeit spielt auch die Lehre und Forschung eine besondere Rolle“, sagt PD Dr. Zippelius, der sowohl an der Charité Berlin als auch später am Universitätsklinikum Jena auf diesem Gebiet forschte sowie das interdisziplinäre Wahlpflichtfach „Wirbelsäule“ in der Lehre etablieren konnte, um angehende Mediziner für das Fachgebiet zu begeistern.

Kontakt:
Sekretariat: Sabine Bäuerle, Tel.: 0731/177-5110, Fax: 0731/177-1969, E-Mail: sabine.baeuerle@rku.de

Hermann Baur und seine gemalte Welt

Mit einer neuen Ausstellung zu dem Thema „Meine gemalte Welt“ startet der Thalfinger Künstler Hermann Baur im April 2021 im RKU. Die gemalte Welt des Hermann Baur ist bereits seine vierte Ausstellung im RKU und zeigt Bilder, die unter anderem nach seinen Urlaubsreisen in Deutschland, Italien, Frankreich, Kreta, Südafrika und Namibia entstanden sind.

Bei seinen Arbeiten beschäftigt sich Hermann Baur mit der Umsetzung der Eindrücke, die er auf seinen Reisen erlebt hat, im Ausland, aber auch in der schwäbischen und bayerischen Heimat. Dabei gehe es nicht darum, fotografisch genau abzubilden, sondern unter Einbeziehung der Gefühle und Erinnerungen das Bild entstehen zu lassen. „Meine Motive nehme ich aus der Natur: Felswände, Mauern, Steine, Steinplatten, Landschaften, Bäume und Blumen“, sagt der 1939 geborene Künstler. Das Gegenständliche sei meist nur Anlass und Motiv für seine Bilder. Lebendig werden die Bilder durch die Gestaltung mit Strukturmassen, verbunden mit Materialien aus der Natur wie Sand, Champagnerkreide, Marmormehl oder Asche. Seine Ausbildung erfuhr Hermann Baur bei zahlreichen Mal- und Zeichenkursen, er ist unter anderem Mitglied in der Künstlergilde Ulm und beim Kunstverein Senden. Seine Bilder sind ab 12. April 2021 im Therapieflur im Untergeschoss des RKU zu sehen.

Dr. Claudia Wurster forscht an Therapieoptionen bei SMA (Spinaler Muskelatrophie)

Forschungspreis für Neurologin des RKU

Dr. Claudia Wurster, Fachärztin an der Neurologischen Universitätsklinik am RKU, hat den Felix-Jerusalem-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) erhalten. Die Auszeichnung teilt sie sich mit zwei Kollegen aus Dresden und Essen für ihre wissenschaftlichen Leistungen, die sich mit der Untersuchung neuer Therapieoptionen bei der Spinalen Muskelatrophie (SMA) beschäftigen. Die Verleihung des mit 7500 Euro dotierten Preises erfolgte im Rahmen des DGM-Online-Kongresses.

Die Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine genetische Erkrankung, bei der es durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen zu einer zunehmenden Muskelschwäche kommt. Bei vielen Patienten ist auch die Atemmuskulatur betroffen, so dass die Erkrankung unbehandelt zum Tode führen kann. Seit 2017 stehen neue Medikamente wie Spinraza® zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf verändern können.
In entsprechenden klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass bei betroffenen Kindern motorische Meilensteine erreicht werden, die zuvor nicht möglich erschienen. Wenngleich sich die Erkrankung in der Regel im Kindes- und Jugendalter manifestiert, sind auch Erwachsene betroffen, die bislang jedoch in wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit neuer Therapieverfahren unzureichend berücksichtigt worden sind.

Mit den Untersuchungen konnte das Forscherteam um Dr. Claudia Wurster nachweisen, dass selbst bei Erwachsenen mit oftmals entsprechend langem Krankheitsverlauf diese neuen, spezifischen Therapieansätze wirksam sein können. Dies gelang erstmals im Rahmen einer Kooperation mit mehreren Neurologischen Universitätskliniken in ganz Deutschland, die an der Versorgung von Patienten mit SMA beteiligt sind und an der Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit des Medikaments Spinraza® bei erwachsenen Patienten mitgewirkt haben. Im RKU kommt dieses Medikament bei der Behandlung der SMA bereits seit 2017 mit großem Erfolg zur Anwendung.

Das neue Kniegelenk vom Roboter

Er fräst millimetergenau, analysiert die individuelle Anatomie des Knies und unterstützt den Operateur bei der optimalen Implantation eines künstlichen Kniegelenkes: Seit Februar ist in der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU ein OP-Roboter im Einsatz. Die neue Technik verspricht außergewöhnliche Präzision beim Einsetzen der Implantate und wird im RKU von wissenschaftlichen Studien begleitet.

Ein Bildschirm, eine Hochgeschwindigkeitsfräse, eine Infrarotkamera – das sind die Hauptbestandteile des neuen OP-Robotersystems „Navio“, das seit Februar an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU beim künstlichen Kniegelenkersatz angewendet wird. Ähnlich wie bei einem Navigationsgerät sagt der Roboter dem Arzt, wo es langgeht: Er nimmt das Bewegungsmuster und die Gelenkoberfläche des Knies dreidimensional auf und entwirft eine optimal an den Patienten angepasste Passform der Prothesenteile. „Die Feinjustierung übernimmt allerdings noch immer der Operateur“, sagt Professor Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU.

Zunächst legen die Operateure das Knie wie bei einer herkömmlichen Knie-Operation frei. Anschließend werden sternförmige Markierungen am Knochen angebracht, die wie kleine Fangarme mit Sensoren ausgestattet sind. Eine Infrarotkamera misst die Bewegungen, die Bandspannung und die Knochenoberfläche am Knie genau aus und sendet die Informationen an den Roboter, wodurch – anders als bei ähnlichen Systemen – kein präoperatives CT zur optimalen Prothesenplatzierung notwendig ist. „Der Patient ist so einer deutlich geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt“, sagt Professor Reichel.

Mittels der aufgenommenen Informationen schlägt der Roboter dem Operateur eine präzise Prothesenplanung vor, die sich an der individuellen Anatomie des Patienten orientiert. Diese Planung kann der Arzt direkt annehmen oder weiter optimieren. „Das letzte Wort hat immer noch der Mensch, nicht die Maschine“, sagt Reichel. Der erfahrene Orthopäde entscheidet, wie die Prothese letztendlich sitzen soll und welches Implantat verwendet wird. Je nach Schädigungsausmaß des Kniegelenkes ist diese Methode sowohl für den teilweisen als auch den kompletten Kniegelenkersatz einsetzbar.

Schließlich kommt das Herzstück des Systems zum Einsatz, eine robotisch gesteuerte Handfräse, die vom Operateur geführt wird. Sie fräst nur dort, wo auch die von Arthrose befallenen Gelenkoberflächen entfernt werden sollen. Und zwar mit einer zehntelmillimetergenauen Präzision, die den optimalen Implantatsitz sicherstellt. Die Kapsel, Sehnen und Bänder des Knies werden dabei zuverlässig geschont.

„Das System ersetzt keinesfalls den erfahrenen Knie-Operateur, sondern baut auf dessen Erfahrung auf“, sagt Professor Reichel, der mit seinem Team jährlich über 400 künstliche Kniegelenke im RKU einsetzt. „Das roboterassistierte Verfahren bringt jedoch das not-wendige Quäntchen mit, um noch präziser arbeiten zu können“, so Reichel. „Außerdem ist das System anwendbar auf alle bewährten Knieprothesensysteme, die am RKU seit Jahren manuell im Einsatz sind“, nennt Reichel einen weiteren Vorteil. Die Roboter-Operationen werden an der Klinik von wissenschaftlichen Studien begleitet. Durch die höhere Präzision wird eine bessere Gelenkfunktion und eine noch höhere Zufriedenheit der Patienten mit dem neuen Knie erwartet.

Die Kliniken RKU haben zum Jahresbeginn eine neue Station mit acht Betten für Patienten mit Querschnittlähmung eröffnet. Mit insgesamt 57 Betten zählt das Querschnittgelähmtenzentrum am RKU Ulm damit zu den wichtigsten Versorgungszentren in Deutschland.

Dr. Yorck-Bernhard Kalke hat als Sektionsleiter das Zentrum seit 25 Jahren maßgeblich mitentwickelt und geprägt: Von anfänglich 24 Betten wurde das Zentrum 2014 auf 49 Betten erweitert. Mit der Eröffnung der neuen Querschnittstation und acht zusätzlichen Betten (zwei Zweibett-Zimmer, vier Einzel-Zimmer) verfügt das Querschnittgelähmtenzentrum nun über 57 Betten. Zudem stehen zwei Betten auf der Intensivstation zur Verfügung.

Die Erweiterung ist auch eine Reaktion auf die enorme Weiterentwicklung der Versorgung von querschnittgelähmten Patienten. „Die Lebenserwartung bei Paraplegikern ist heute uneingeschränkt“, sagt Dr. Kalke. Über 25 Prozent der Patienten werden durch moderne Therapiemaßnahmen wieder gehfähig. Zu dem ärztlichen Team im RKU gehören inzwischen auch kardiologisch-internistische sowie ergänzend neuro-urologische Experten.

Auch die Situation in der Pflege hat sich gewandelt, die Fachkräfte spezialisieren sich zunehmend auf einzelne Bereiche wie etwa Beatmungspflege, Sexualität, Blasen- und Darmmanagement oder Wundpflege. Zum anderen hat sich die Patientenstruktur in den letzten Jahren stark verändert. „Früher hatten wir viele junge, verunfallte Patienten“, so Dr. Kalke, „heute sind es auch mehr krankheitsbedingte Ursachen, die zu einer Querschnittlähmung führen“.

Neben seiner Tätigkeit im RKU ist Dr. Kalke auch Vorsitzender der Fördergemeinschaft für das Querschnittgelähmtenzentrum Ulm (FGQZ) mit fast 500 Mitgliedern und er leitete 2017 als Präsident der DMGP (Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie) einen Kongress in Ulm mit mehr als 800 Teilnehmern. „Ich habe ein Team, auf das ich mich unglaublich verlassen kann“, sagt Dr. Kalke.
„Mit der Erweiterung wurde das Querschnittgelähmtenzentrum als echtes Flaggschiff ausgebaut“, freute sich auch RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber. Er bedankte sich beim gesamten Querschnitt-Team, insbesondere für das hohe Engagement über den normalen Klinikbetrieb hinaus, wozu auch das jährlich stattfindende Sommerfest am Thalfinger See mit allen Patienten und Ehemaligen gehört sowie die monatlichen Stammtische der Fördergemeinschaft in Seligweiler.

AOK schließt Qualitätsvertrag für Hüftendoprothetik mit RKU

Für erfolgreiche OPs und Patientensicherheit: Nahtlose Betreuung vom Orthopäden bis zur Reha

Die AOK Baden-Württemberg schließt mit den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm ihren ersten Qualitätsvertrag. Versicherte profitieren in der Klinik von besonders hohen Standards bei Hüftimplantationen. Ab dem 1. April 2021 sollen die ersten Patientinnen und Patienten nach dem neuen Konzept behandelt werden, das die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit führenden Operateuren aus der ganzen Republik entwickelt hat.

Ziel des Vertrages ist es, die Qualität der Eingriffe zu steigern und mit den besten Kliniken Standards für die hochwertige Regelversorgung von morgen zu setzen. „Für den Erfolg einer Hüft-OP spielen die Erfahrung der Operateure und die standardisierten Abläufe in den behandelnden Kliniken eine entscheidende Rolle“, sagt Prof. Dr. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm am RKU. Dies bestätigten auch Zahlen des WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK): Demnach haben Patienten, die in Kliniken mit weniger als 45 Hüftimplantationen im Jahr behandelt werden, ein um über 30 Prozent erhöhtes Risiko für Komplikationen als jene, die in Kliniken mit mehr als 200 Fällen operiert werden. „Insofern ist der geschlossene Vertrag ein wichtiger Schritt hin zu höherer Behandlungsqualität und mehr Sicherheit für alle Patienten und weg von der leider immer noch weit verbreiteten Gelegenheitschirurgie bei Hüftoperationen“, so Reichel.

Ebenso entscheidend wie die Operation selbst sei für ihren Erfolg auch, was rundherum geschehe. Ganz wichtig sei es, dass die Patientinnen und Patienten auch vor und nach der Operation gut versorgt werden. Fast 60 Prozent der Hüftendoprothetik-Patienten seien über 70 Jahre alt. „Um deren Sicherheit zu erhöhen, schreibt unser Qualitätsvertrag deshalb unter anderem gezielte Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken im Zusammenhang mit Operationen und dem Einsatz von Narkosemitteln verpflichtend vor – eine sogenannte Delir-Prävention“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.
„Wer eine neue Hüfte braucht, wird dann idealerweise in Verbindung mit Facharztvertrag Orthopädie und unserem spezialisierten Rehabilitationskonzept AOK pro Reha von Anfang bis Ende nahtlos betreut – und das mit höchster Qualität.“ Dies suche in Baden-Württemberg und darüber hinaus seines Gleichen.