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Pressemitteilungen des RKU

Presse News

  • Informationen rund um Corona Open or Close

    Alles Wissenswerte im Überblick

    Für die Kliniken RKU hat die Gesundheit von Patienten und Mitarbeitern höchste Priorität. Deshalb gelten in der derzeitigen Corona-Pandemie besonders hohe Sicherheits- und Hygienestandards. Wir möchten Sie hier über die aktuell geltenden Richtlinien und Sicherheitsvorkehrungen in unserem Haus informieren.

    Der Zugang zum RKU erfolgt nur über den Haupteingang.

    Maskenpflicht:

    Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum gilt ebenfalls in Krankenhäusern, die als besonders sensible Bereiche entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen haben. Daher sind Patienten, Besucher und Angestellte verpflichtet, eine Gesichtsmaske zu tragen.

    Der Zutritt zu unserem Klinikum ist nur mit einer vom RKU gestellten medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung erlaubt.

    Sie erhalten dafür am Haupteingang einen Mund-Nasen-Schutz, der den hygienischen Anforderungen entspricht. Wenn Sie zur Anreise ans RKU bereits einen Mund-Nasen-Schutz tragen, können Sie diesen dort auswechseln.

    Informationen für Besucher:

    Wir verstehen, dass Sie den Wunsch haben, Ihren Angehörigen auch bei einer stationären Behandlung im Krankenhaus so nahe wie möglich zu sein. Trotzdem möchten wir um Ihr Verständnis bitten, dass wir aufgrund des momentan erhöhten Infektionsrisikos durch das Coronavirus die Vorgaben des Landes Baden-Württemberg einhalten müssen. Die Regelungen dazu finden Sie hier.

  • Neuer OP-Roboter in der Orthopädie am RKU Open or Close

    Das neue Kniegelenk vom Roboter

    Ulm, 28. Februar 2020. Er fräst millimetergenau, analysiert die individuelle Anatomie des Knies und unterstützt den Operateur bei der optimalen Implantation eines künstlichen Kniegelenkes: Seit Februar ist in der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU ein OP-Roboter im Einsatz. Die neue Technik verspricht außergewöhnliche Präzision beim Einsetzen der Implantate und wird im RKU von wissenschaftlichen Studien begleitet.

    Ein Bildschirm, eine Hochgeschwindigkeitsfräse, eine Infrarotkamera – das sind die Hauptbestandteile des neuen OP-Robotersystems „Navio“, das seit Februar an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU beim künstlichen Kniegelenkersatz angewendet wird.

    Ähnlich wie bei einem Navigationsgerät sagt der Roboter dem Arzt, wo es langgeht: Er nimmt das Bewegungsmuster und die Gelenkoberfläche des Knies dreidimensional auf und entwirft eine optimal an den Patienten angepasste Passform der Prothesenteile. „Die Feinjustierung übernimmt allerdings noch immer der Operateur“, sagt Professor Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU.

    Zunächst legen die Operateure das Knie wie bei einer herkömmlichen Knie-Operation frei. Anschließend werden sternförmige Markierungen am Knochen angebracht, die wie kleine Fangarme mit Sensoren ausgestattet sind. Eine Infrarotkamera misst die Bewegungen, die Bandspannung und die Knochenoberfläche am Knie genau aus und sendet die Informationen an den Roboter, wodurch – anders als bei ähnlichen Systemen – kein präoperatives CT zur optimalen Prothesenplatzierung notwendig ist. „Der Patient ist so einer deutlich geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt“, sagt Professor Reichel.

    Mittels der aufgenommenen Informationen schlägt der Roboter dem Operateur eine präzise Prothesenplanung vor, die sich an der individuellen Anatomie des Patienten orientiert. Diese Planung kann der Arzt direkt annehmen oder weiter optimieren. „Das letzte Wort hat immer noch der Mensch, nicht die Maschine“, sagt Reichel.

    Der erfahrene Orthopäde entscheidet, wie die Prothese letztendlich sitzen soll und welches Implantat verwendet wird.
    Je nach Schädigungsausmaß des Kniegelenkes ist diese Methode sowohl für den teilweisen als auch den kompletten Kniegelenkersatz einsetzbar. 

    Schließlich kommt das Herzstück des Systems zum Einsatz, eine robotisch gesteuerte Handfräse, die vom Operateur geführt wird. Sie fräst nur dort, wo auch die von Arthrose befallenen Gelenkoberflächen entfernt werden sollen. Und zwar mit einer zehntelmillimetergenauen Präzision, die den optimalen Implantatsitz sicherstellt. Die Kapsel, Sehnen und Bänder des Knies werden dabei zuverlässig geschont.

    „Das System ersetzt keinesfalls den erfahrenen Knie-Operateur, sondern baut auf dessen Erfahrung auf“, sagt Professor Reichel, der mit seinem Team jährlich über 400 künstliche Kniegelenke im RKU einsetzt. „Das roboterassistierte Verfahren bringt jedoch das notwendige Quäntchen mit, um noch präziser arbeiten zu können“, so Reichel. „Außerdem ist das System anwendbar auf alle bewährten Knieprothesensysteme, die am RKU seit Jahren manuell im Einsatz sind“, nennt Reichel einen weiteren Vorteil.

    Die Roboter-Operationen werden an der Klinik von wissenschaftlichen Studien begleitet. Durch die höhere Präzision wird eine bessere Gelenkfunktion und eine noch höhere Zufriedenheit der Patienten mit dem neuen Knie erwartet.

  • Auszeichnung für ein neues Arbeitszeitmodell in der Pflege Open or Close

    Catharina Bothner ist Nachwuchs-Pflegemanagerin des Jahres 2020

    Ulm, 28. Januar 2020. Catharina Bothner, Pflegedirektorin im RKU, ist vom Bundesverband Pflegemanagement zur Nachwuchs-Pflegemanagerin des Jahres 2020 gewählt worden. Sie erhielt die Auszeichnung für ein von ihr entwickeltes neues Arbeitszeitmodell in der Pflege.

    „Hexagon“ heißt das neue Arbeitszeitmodell mit Ausfallkonzepten, das Catharina Bothner für die Pflege entwickelt hat. Es bricht das bisherige Dreischichtsystem der starren Früh-, Spät- und Nachtschichten auf und bietet im Sinne der Professionalisierung und der Akademisierung in der Pflege einen gezielten Einsatz von Pflegeexperten in der Patientenversorgung.

    Das „Hexagon“-Modell soll zudem die Berufsattraktivität der Pflege deutlich steigern undeinen frühzeitigen Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern, da die Arbeitszeiten und Schichten flexibel steuerbar sind und so die Work-Life-Balance positiv verändert werden kann.

    Mit ihrem Arbeitszeitmodell, das sich in der Pilotphase befindet und im RKU anteilig auf den Querschnitt-Stationen umgesetzt ist, sollen qualifizierte Mitarbeiter gebunden und vor Überlastung geschützt werden. Es bietet neben flexiblen Personalplanungsmodellen auch ein strukturiertes Vorgehen im Ausfallzeitenmanagement sowie diverse Personalentwicklungsmöglichkeiten.

    RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber freute sich über die Auszeichnung: „Sie ist eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit und zeigt das hohe Engagement und Herzblut für die Professionalisierung unserer Mitarbeiter innerhalb des Pflegeberufes.“ Erst zwei Jahre zuvor war Bothners Kollegin, Pflegedirektorin Helene Maucher, zur Pflegemanagerin des Jahres gewählt worden; 2019 holte sich die RKU-Stroke Nurse Helena Dyck den Titel als „Botschafterin der Pflege“.

    (Foto:©Britta Pedersen/Springer Pflege)

     

  • Vereinfachte Pflegedokumentation Open or Close

    Digitale Patientenkurve im RKU auf allen Stationen eingeführt

    Weniger Schreibarbeit und Papierflut, mehr Zeit für Patienten: Mit der Einführung der elektronischen Patientenkurve VMobil des Herstellers Advanova hat die Digitalisierung auf den Stationen in den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Einzug gehalten. VMobil wird im RKU bei der Visite, zu Dokumentationszwecken und generellen Information benutzt und löst damit die papiergebundene Patientenkurve komplett ab.

    „Alle ärztlichen und pflegerischen Leistungen wie zum Beispiel Blutdruck, Temperatur oder Infusionsgaben werden – wie bei der Papierakte, mit einem Stift auf einem Tablet-Computer oder mobilen Laptopgeräten eingetragen und elektronisch dokumentiert“, erklärt RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber. „Das Pflegepersonal wird durch diese vereinfachte Pflegedokumentation entlastet.“

    Die elektronische Patientenkurve arbeitet online wie offline und liefert eine vollständige Dokumentation aller relevanten Patientendaten, die überall verfügbar ist. Eine individuelle Anpassung der Patientenkurve auf die Bedürfnisse im pflegerischen Bereich steht 2020 im Focus. Dass Informationen über einen Patienten nun für alle am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen abrufbar sind, war mit der papierbasierten Patientenkurve bisher nicht möglich.

    Einfache Bedienbarkeit

    Die Bedienbarkeit der elektronischen Patientenkurve ist einfach, das System orientiert sich an den alltäglichen Stationsanforderungen und integriert sich reibungslos in den Klinikalltag und in bestehende Systeme. Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten können jederzeit nachvollziehen, was angeordnet wurde und aktuell bei einem Patienten gemacht wird.

    Eine Mehrfachdokumentation entfällt – einmal in die Patientenkurve eingegeben, müssen Daten nicht mehrfach auf weiteren Papieren eingetragen werden. Dadurch verringern sich auch Übertragungsfehler. Die Patientendaten werden auch automatisch in den Arztbrief übernommen; spezielle Warn-Tools zum Beispiel bei Allergien oder Wechselwirkungen von Medikamenten sorgen für mehr Patientensicherheit.

    Als Pilot-Projekt wurde die elektronische Patientenkurve im RKU zunächst auf den orthopädischen Stationen sowie auf den Querschnitt-Stationen eingeführt, mittlerweile ist sie im gesamten Haus etabliert. „Unser Ziel war es, mit der elektronischen Patientenkurve die Qualität der stationären Therapie zu verbessern und die Dokumentation zu vereinfachen“, sagt Matthias Gruber.

    Auf den Stationen wird die neue Patientenkurve nun gut angenommen. Übersichtlich und schnell bedienbar spart sie Papier ein und lässt den Klinikmitarbeitern bei der täglichen Dokumentation mehr Zeit für den Patienten.

     

     

     

  • Klinikhotel am RKU eröffnet Open or Close

    Das neue Klinikhotel Recover

    Nach nur einjähriger Bauzeit starten die RKU ­­­­­– Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm am Oberen Eselsberg im Juli mit ihrem neuen Klinikhotel „Recover“ im Zentrum für Integrierte Rehabilitation (ZIR). Der Name ist Programm: Das Recover (aus dem Englischen für „erholen, genesen“) steht für Rehabilitation und Erholung auf anspruchsvollem Niveau. Das gesamte Hotel wurde aus Eigenmitteln finanziert.

    Die Idee für das Bauvorhaben ergab sich aus dem Klinikalltag. Durch neue, schonende Operationsmethoden und einer gleichzeitig schnellen Mobilisation verkürzt sich die Verweildauer von Patienten in der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU dahingehend, so dass schon früh mit der geeigneten Rehabilitation begonnen werden kann. „Diesen Patienten wollen wir im direkten Anschluss einen möglichst angenehmen und erholsamen Aufenthalt anbieten“, sagt RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber.

    Das Besondere am Klinikhotel Recover: Spitzenmedizin und eine fachlich kompetente Anschlussheilbehandlung stehen im Einklang mit einem exzellenten Serviceangebot. Dieses richtet sich gleichermaßen an privat- und gesetzlich versicherte Patienten. Die Idee des Klinikhotels ist klar: Patienten sollen von Beginn an eine ganzheitliche, serviceorientierte, medizinische und pflegerische Betreuung erfahren. Dazu gehört auch eine Rezeption, die 24 Stunden an 7 Tagen besetzt ist und den Patienten Sicherheit und eine lückenlose Versorgung gewährt.

    „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Therapeuten, Pflegkräften und Hotelfachkräften stellt für die Patienten einen absoluten Mehrwert dar“, sagt Dr. Rainer Eckhardt, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Integrierte Rehabilitation am RKU, „und dient somit auch einer schnellen Regeneration.“

    4-Sterne-Hotel-Ambiente

    Unter Berücksichtigung aller Standards bietet das 4-Sterne-Hotel-Ambiente anspruchsvolles Wohnen, weg von der Krankenhausatmosphäre hin zu einer Wohlfühl-Atmosphäre mit hohem Anspruch.

    Das Hotel liegt im Grünen nahe einem Wäldchen, es grenzt südlich an das Hauptgebäude des RKU an und verfügt über 51 Zimmer, davon 45 Komfort-Einzelzimmer und 6 Deluxe-Zimmer mit zusätzlichem Wohnbereich und eigener Kochzeile. Diese befinden sich in der obersten Etage des Hotels und bieten einen weitreichenden Ausblick auf die umliegende Natur. Alle Zimmer wurden barrierefrei geplant, die Deluxe-Zimmer sind zusätzlich uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar.

    Auch für Patienten die eine weite Anreise haben, ist bestens gesorgt. Ein Zustellbett für eine Begleitperson ist in allen 51 Zimmern ohne weiteres möglich.  Die Einrichtung der Zimmer ist in warmen Sand- und Erdtönen gehalten und wird durch lebendige, rote Farbelemente ergänzt. Jeder Ebene des Hauses ist ein Künstler oder einer Künstlerin gewidmet, deren Werke den Betrachter zum Innehalten einladen.

    Neben einer ansprechenden Kaffeelounge im Erdgeschoss des Klinikhotels gibt es dort auch einen teilbaren Multifunktionsraum, in dem u.a. die morgendlichen Besprechungen des Ärztlichen Direktors mit seinem Team stattfinden. Außerdem kann dieser Raum für Tagungen, Vorlesungen, Patientenveranstaltungen und andere Events genutzt werden.   

  • 3. Ulmer Pflegemanagementkongress Open or Close

    Exzellenz in der Pflege und Gesundheitsversorgung

    Wie sieht eine Exzellenzentwicklung in Pflege und Gesundheitsversorgung aus? Dieser Frage stellen sich am Donnerstag und Freitag, 11. und 12. Juli 2019, circa 180 Pflegeexperten beim 3. Ulmer Pflegemanagementkongress im RKU.

    „Von den Besten lernen“ wollen die Teilnehmer des 3. Ulmer Pflegemanagementkongresses. Dazu sind wieder internationale Gäste eingeladen, unter anderem aus dem ersten Magnetkrankenhaus in Europa in Antwerpen, das die Zertifizierung bereits geschafft hat.An beiden Kongresstagen steht die Exzellenzentwicklung innerhalb der Pflege im Vordergrund und wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, etwa aus der Sicht eines Arztes in einem US-Magnetkrankenhaus.

    „Beim Magnetkrankenhausmodell, einem Erfolgsprodukt aus den USA, geht es nicht nur um Qualitätssteigerung durch Zahlen, Daten und Fakten“, erklärt RKU-Pflegedirektorin Helene Maucher. „Wir möchteneinen Kulturwandel in deutschen Krankenhäusern erreichen.“

    Das Motto „Von den Besten lernen“ begegnet aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen und fragt nach fortwährend innovativen Konzepten in der Pflege. Qualitätsentwicklung, Akademisierung und Pflege auf Augenhöhe sind dabei wesentliche Punkte, die der Berufsgruppe Pflege die Möglichkeit geben, ihr Potenzial in einem sich wandelnden Gesundheitswesen einzubringen und für die patientenzentrierte Versorgung zu nutzen.

    Das Programm wird teils in englischer Sprache abgehalten. Zu den Referenten gehören Pflegedirektoren, Pflegewissenschaftler, Ärzte, Vertreter der Berufspolitik und Pflegende. Der Kongress richtet sich an Führungskräfte im Gesundheitswesen, Pflegewissenschaftler, Pflegepädagogen, Experten im Gesundheitswesen, Pflegefachkräfte und alle Interessierten.

     

    Information zum Magnetkrankenhaus

    Aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen erfordern innovative Konzepte in der Pflege. Sie stellt die größte Berufsgruppe im Gesundheits- und Pflegesektor dar und ist somit wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Steuerung der Versorgungsprozesse. Für diese Weiterentwicklung des Pflegesektors bietet das US-amerikanische „Magnet Recognition Program“ ein integriertes Modell.

    In den 1980er Jahren konnten in den USA manche Kliniken trotz eines Pflegenotstandes sowohl Pflegepersonal als auch Patienten „wie Magneten" anziehen und waren dabei wirtschaftlich sehr erfolgreich. Dabei wurden fünf Stärken dieser „Magnetkrankenhäuser" herausgearbeitet, die heute Grundlage für die Anerkennung durch die Zertifizierungsorganisation ANCC sind. Die meisten Top-Kliniken in den USA sind als Magnetkrankenhaus zertifiziert.

  • 13-jähriger Waisenjunge aus Kinderdorf in Kenia im RKU operiert Open or Close

    Joshua läuft schon wieder

    Ulm, im Mai 2019. Gut überstanden hat Joshua aus Kenia seine Hüft-Operation im RKU in Ulm. Der 13-Jährige wohnt in dem afrikanischen Kinderdorf „Nice View“ in Msambweni, das von der deutschen Familie Dürr aus der Nähe von Roggenburg (Kreis Neu-Ulm) vor 20 Jahren aufgebaut wurde und geleitet wird.

    Bei Joshua wurde ein schwerer Abrutsch des linken Hüftkopfes diagnostiziert, der in Kenia nicht operiert werden konnte. Lange litt der Junge deshalb unter Schmerzen. Das RKU hat gemeinsam mit dem gemeinnützigen anerkannten Verein „Projekt Schwarz-Weiß“ jeweils die Hälfte der Kosten für Joshuas Operation und die Reha übernommen.

    Ende April kam Joshua, ausgerüstet mit einem dreimonatigen Visum und in Begleitung von Denise Dürr, der Tochter der Kinderdorf-Gründer Gudrun und Edmund Dürr, nach Deutschland. Am 29. April wurde Joshua im RKU von der Kinderorthopädin Dr. Rita Taurman operiert. „Bei Joshua haben wir eine so genannte Imhäuser-Osteotomie vorgenommen, eine komplexe Korrektur des hüftnahen Oberschenkelknochens", erklärt Oberärztin Dr. Taurman.

    Dabei wird nach einer Korrektur der Knochen eine Winkelplatte eingebracht. Der Knochen muss nun in den nächsten Wochen heilen. Die rechte hüftgelenksnahe Wachstumsfuge wurde in derselben Operation vorsorglich verschraubt, damit diese gesichert ist, da in bis zu 50 Prozent der Fälle auch diese Seite im Verlauf abrutschen kann.

    Seine Operation hat Joshua, der neben Englisch und  Kisuaheli auch etwas Deutsch spricht, gut überstanden. Nach einigen Tagen Bettruhe auf der kinderorthopädischen Station im RKU wurde er von Physiotherapeut Eberhard Nill erstmals mobilisiert, er durfte aufstehen und mit Hilfe von Unterarmgehstützen seine ersten Schritte machen. Noch etwas schwindelig war dem 13-jährigen Jungen dabei. Die kommenden Tage wird Joshua weiterhin intensive Physiotherapie und Gehübungen machen und dann das RKU vorerst in Richtung Roggenburg verlassen, wo er bei Marcel Dürr, einem Sohn der Kinderdorf-Gründer, wohnen wird.

    „Im RKU wird Joshua dann weitere Reha-Maßnahmen erhalten“, berichtet Dr. Taurman „ambulant und stationär.“ Wenn er wieder auf den Beinen ist, hat Joshua vielleicht auch noch einmal Gelegenheit, das Legoland in Günzburg zu besuchen, wo er vor seiner OP schon einmal gewesen ist. Die Achterbahn dort würde er auf jeden Fall gerne noch einmal fahren.

    Joshua wurde als Neugeborenes gefunden und im Kinderdorf von Familie Dürr aufgenommen und aufgezogen. Hier besucht er mittlerweile die achte Klasse und wird nach seiner Rückkehr nach Kenia seinen Abschluss machen können. Das Projekt Schwarz-Weiß wurde 1997 gegründet, 2000 konnte das aufgebaute Kinderdorf die ersten Kinder aufnehmen.

    Seit fast 20 Jahren finden verwaiste und verwahrloste Kinder dort Schutz, werden medizinisch versorgt, erhalten Schulbildung und werden auch handwerklich ausgebildet. Das Projekt finanziert sich durch Spenden. Nähere Informationen unter www.kenia-hilfe.com.


     

  • Helena Dyck ist Botschafterin der Pflege 2019 Open or Close

    Deutscher Pflegepreis für RKU-Krankenschwester

    Ulm, im März 2019. Helena Dyck, Krankenschwester im RKU, ist mit dem Deutschen Pflegepreis als "Botschafterin der Pflege 2019" ausgezeichnet worden. Sie erhielt die Auszeichnung auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin.

    Die 22-Jährige arbeitet seit zweieinhalb Jahren als Gesundheits- und Krankenschwester im RKU und engagiert sich hier mit viel Herzblut und Eigeninitiative, indem sie unter anderem Schüler zum Schnuppertag ins RKU einlädt, um ihnen den Pflegeberuf vorzustellen. Erst jüngst waren Schülerinnen und Schüler aus Helena Dycks ehemaliger Realschule in Riedlingen zu Besuch im RKU.

    Ausschlaggebend war für die Jury unter der Leitung von Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, dass sich Helena Dyck trotz ihres jungen Alters innerhalb kurzer Zeit zur einer patienten- und teamorientierten Leistungsträgerin auf ihrer Station entwickelt hat. Mit der Ehrung soll die Arbeit von engagierten Pflegekräften besonders gewürdigt werden. Helena Dyck will in naher Zuknft ein berufsbegleitendes pflegewissenschaftliches Studium aufnehmen.

     

  • Rund 20 Millionen Menschen sind in Deutschland von Verschleißerscheinungen des Knies betroffen Open or Close

    Wenn das Knie zum Knackpunkt wird

    Ulm, im März 2019. Rund 20 Millionen Menschen sind in Deutschland von Verschleißerscheinungen des Knies betroffen. Auch Sportler wie der Basketball-Profi Per Günther, der sich jüngst im RKU in Ulm einer Arthroskopie des Knies unterzogen hat, weiß davon ein Lied zu singen. Eine gute und zeitnahe Reha ist nach einer Behandlung des Knies wichtig, damit der Patient wieder schnell auf die Beine kommt.

    Das Kniegelenk ist das größte Gelenk unseres Körpers. Wir bewegen es ständig, wenn wir gehen, stehen, hocken oder sitzen. Auf das Knie wird immer mehr Belastung ausgeübt. Denn die Deutschen werden einerseits immer schwerer, andererseits immer sportlicher. Rund 20 Millionen Menschen sind in Deutschland von Verschleißerscheinungen des Knies betroffen. Auch Sportler wie der Basketball-Profi Per Günther, der sich jüngst im RKU einer Arthroskopie des Knies unterzogen hat, weiß davon ein Lied zu singen.

    Prof. Dr. Heiko Reichel ist Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU und wurde bereits wiederholt in der Focus-Ärzteliste als Knie- und Hüftspezialist genannt. Er weiß, welche Schäden man sich am größten Gelenk des Körpers zuziehen kann, und wie diese am effektivsten zu beheben sind.

    „Bei einer Kniearthrose handelt es sich um einen altersbedingten Verschleiß des Gelenks, bei dem es zum Knorpelabrieb kommt“, erklärt Prof. Reichel. Die Abriebpartikel verursachen eine Entzündungsreaktion, die zu vermehrter Flüssigkeitsbildung führt. Zudem wirkt die Entzündung ab einem gewissen Grade selbst knorpelzerstörend, was zu noch mehr Knorpelzersetzung führt. Die Patienten klagen dann häufig über Schmerzen im Knie und haben Bewegungseinschränkungen.

    Nicht jeder Knieschmerz ist aber eine Arthrose. „Die Behandlung der Kniebeschwerden ist je nach Ursache, Größe, Ausdehnung und Lokalisation des Knorpelschadens unterschiedlich“, sagt Prof. Dr. Thomas Kappe, Leitender Oberarzt und Arthroskopie-Spezialist, der Per Günther am RKU operiert hat. Neben nicht-operativen Therapien, wie Krankengymnastik oder Injektionen, kann eine Gelenkspiegelung gemacht werden, eine so genannte Arthroskopie –  wie bei Per Günther. Dabei wird der Knorpelschaden geglättet, die Operation wird in Teil- oder Vollnarkose minimalinvasiv durchgeführt, ist weitgehend „unblutig“ und dauert keine Stunde.

    Außerdem kann auch durch das Setzen kleiner Knochenlöcher Knorpelersatzgewebe erzeugt werden (Mikrofrakturierung) oder bei nur umschriebenen Schäden Knorpel transplantiert werden. Letzteres wird häufig mit einer Korrektur der Beinachse (sog. Umstellungsosteotomie) kombiniert. Ist der Knorpelschaden zu ausgedehnt, kommen Teil- oder Totalendoprothesen zum Einsatz.

    Nach der Operation erfolgt keine Ruhigstellung des Knies. Vielmehr ist dann eine gute Reha wichtig, damit der Patient wieder schnell auf die Beine kommt. „Mit dem Beugen und Strecken soll sofort begonnen werden“, sagt Prof. Reichel, „Krankengymnastik mit Bewegungsübungen, Muskelkräftigung und Gangschulung sind besonders wichtig.“ Die Reha kann direkt nach der OP im RKU ambulant oder auch stationär durchgeführt werden.

  • Neuer Ausbildungsgang startet im April und Oktober Open or Close

    RKU bildet Pflegekräfte aus

    „Ich pflege jetzt“ heißt die Kampagne, mit der das RKU für die neue dreijährige Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung der Abteilung für Berufliche Bildung wirbt. Am 1. Oktober 2018 hat das erste Ausbildungsjahr mit 16 Schülerinnen und Schülern begonnen, im April 2019 startet der zweite Ausbildungsgang.

    Ein Video über die Ausbildung im RKU finden Sie hier.

    Weil sich immer weniger junge Menschen für den Pflegeberuf entscheiden, der Bedarf durch den demografischen Wandel aber steigt, ist es für viele Kliniken schwer, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Das RKU steuert diesem Trend mit der bereits 2015 gegründeten Berufsfachschule entgegen. Seitdem läuft die Pflegeschule im RKU erfolgreich und bietet die dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger, die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehilfe sowie die einjährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegehilfe an.
    „Unser Ziel ist es, den Pflegenachwuchs in unseren Pflegeschulen selbst zu generieren und damit erst gar keinen Fachkräftemangel aufkommen zu lassen“, so Geschäftsführer Matthias Gruber.

    Erstmals im Oktober 2018 ist die dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger gestartet. Sie besteht aus einem theoretischen Teil in der RKU Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege sowie einem fachpraktischen Teil im RKU und den Kooperationskliniken. Im April 2019 beginnt der nächste Ausbildungskurs.

    Auf die Azubis kommen 2100 Unterrichtsstunden in Theorie und 2500 Stunden in der Praxis zu. Nach bestandener Prüfung gibt es die Urkunde über die staatliche Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in, sowie eine Teilnahmebescheinigung und ein Zeugnis. Mit der Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege stehen den Nachwuchskräften neben der Übernahme im RKU später auch viele Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten offen, bei entsprechenden Voraussetzungen bis hin zum Studium.

Presse Archiv

  • Home-Schooling für Auszubildende Open or Close

     

    RKU-Pflegeschüler lernen digital von zuhause

    und in der Schule

    Ulm, im Mai 2020. Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Pflege am RKU erhalten seit Ende März Fernunterricht. Auch die 29 Schülerinnen und Schüler, die am 1. April ihre einjährige Ausbildung in der Krankenpflegehilfe begonnen haben, bekamen in Zeiten der Covid-19-Pandemie unter besonderen Voraussetzungen ihre Lerninhalte vermittelt: Mit Videokonferenzen, Materialbereitstellung über das Internet und gemeinsamem Arbeiten. Der neue Schulalltag verlangt allen Beteiligten Flexibilität und etwas Übung ab, doch er wird als durchweg positiv wahrgenommen.

    „Wir haben hier im RKU schnell reagiert, als Mitte März die Schulen geschlossen wurden“, sagt Michaela Hansen, Leiterin der Berufsfachschule für Pflege am RKU. Gemeinsam sei es in kurzer Zeit gelungen, den Schulunterricht neu zu organisieren: Schüler und Lehrer erhielten dafür per Post eigene Zugänge für das Programm Google Classroom.

    Die Lehrer laden dabei ihre Arbeitsaufträge im Internet hoch, die Schüler bearbeiten diese direkt am PC oder am Handy und schicken sie zurück. „Um auch den persönlichen Kontakt zu halten, gibt es Videokonferenzen, bei denen sich Schüler und Lehrer sehen, hören und Fragen stellen können“, sagt Hansen.

    Einen besonderen Start hatten Anfang April die 29 Auszubildenden in der Krankenpflegehilfe: Bei ihnen begann der Unterricht tatsächlich mit dem praktischen Teil in der Klinik. „Die erste Schulstunde war der Hygiene gewidmet: richtiges Händewaschen, einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, berichtet Schulleiterin Hansen. Auf den Stationen konnten die Schüler anschließend direkt die neuen Regeln umsetzen.

    Seit 4. Mai findet nach den Lockerungsbestimmungen der Bundesregierung auch wieder für einige Klassen zeitweise Präsenzunterricht in der Pflegeschule statt. Die Klassen werden dafür aufgeteilt, unterrichtet wird einen Tag in der Schule und einen Tag digital zuhause, damit die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können.

    Sowohl der Fernunterricht als auch der wieder eingeführte Präsenzunterricht läuft in den meisten Fällen gut, resümiert Michaela Hansen.

    Die Motivation und Bereitschaft, zuhause zu lernen, sei zwar nicht bei allen Schülern gleich hoch, dennoch ist sie zufrieden: „Die Ausbildung aller Pflegeschüler ist sichergestellt.“

     

    Über die Berufsfachschule für Pflege am RKU:

    29 Schülerinnen und Schüler haben am 1. April 2020 ihre einjährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe begonnen. Die Berufsfachschule für Pflege am RKU bildet zwei Mal im Jahr (April und Oktober) Pflegefachkräfte in diesem Berufszweig aus. Im Oktober 2020 startet die 3-jährige Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau (vormals Gesundheits- und Krankenpflege). Die Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus einem theoretischen Teil in der RKU Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege sowie einem fachpraktischen Teil im Krankenhaus. Der Unterricht findet im wochenweisen Rhythmus abwechselnd mit zwei Wochen Praxis statt. Derzeit besuchen 143 Schülerinnen und Schüler die RKU-Pflegeschule.

  • Motorradrennfahrer Sandro Cortese zur Reha im RKU Open or Close

    „Wie andere Fußball spielen, bin ich Motorrad gefahren“

    Ulm, 15.1.2020. Auf dem Motorrad ist er sonst rasend schnell unterwegs: Sandro Cortese, Motorradrennfahrer aus Berkheim und Weltmeister, lässt es derzeit bei seiner Reha im RKU etwas ruhiger angehen. Im Zentrum für Integrierte Rehabilitation (ZIR) des RKU absolviert er seit Anfang Januar 2020 seine Reha, um seine operierte Schulter wieder auf Vordermann zu bringen. Im Interview erzählt der 30-Jährige, der schon mit drei Jahren auf dem Motorrad saß, über seinen Respekt vor dem Rennsport, eine fordernde Reha und dass er zuhause dann doch lieber mit dem Roller über die Landstraßen düst.

    Herr Cortese, Sie lassen es derzeit etwas langsamer angehen. Warum sind Sie im RKU?

    Sandro Cortese: Bei einem Sturz während eines Rennes in der Saison 2019 habe ich mir an der linken Schulter die Supraspinatussehne gerissen und wurde im November operiert. Beim Rennenfahren hatte ich keine Schmerzen, eher im alltäglichen Leben. Seit 2. Januar mach‘ ich hier im RKU meine Reha, meine allererste überhaupt.

    Wie sieht Ihr tägliches Programm aus?

    Ich bin viel im Bewegungsbad und in der medizinischen Trainingstherapie, arbeite an den Schultergruppen, zusätzlich hab‘ ich mein Rennrad auf dem Zimmer und drehe meine Runden. Das Programm geht täglich von 8 bis 17, wie ein normaler Arbeitstag, nur in der Reha. Ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist. Man geht dann abends ins Bett und ist wirklich müde. (lacht)

    Sind sie zufrieden mit Ihren Fortschritten?

    Sehr zufrieden, wenn man die Schulter anschaut, wie ich eingeliefert wurde, als die Reha begonnen hat, jetzt bin ich schmerzfrei. Natürlich sind manche Bewegungen noch nicht bei 100 Prozent, aber es ist wie eine neue Schulter. Priorität bei meiner Reha ist, dass ich meinen Sport wieder ausüben kann und so schnell wie möglich aufs Motorrad zurückkehren kann.

    Wann wird das sein?

    Die Wintertests beginnen in einer Woche, ich musste dafür meine Reha umplanen und werde in der kommenden Woche in Spanien und Portugal erste Testrennen fahren. Danach geht’s mit der Reha im RKU weiter.

    Wie gefällt es Ihnen im RKU?

    Sehr gut, angefangen von den Zimmern, der Therapie, das Essen ist super, Physiotherapeuten und Ärzte sind wirklich hochprofessionell.

    Sie sind als 15-jähriger bereits große Rennen gefahren. Wie kamen Sie zum Rennsport?

    Ich habe schon mit drei Jahren angefangen, mit einer ganz kleinen Motocrossmaschine, und bin da hineingewachsen. Wie andere zum Fußball spielen gehen, bin ich Motorrad gefahren. Mein Vater war Motorrad-Fan, ich wollte aber immer fahren, seit ich denken kann.

    Braucht man für die Rennen einen speziellen Führerschein?

    Für die Rennen braucht man keinen Führerschein, nur eine Lizenz. Ich habe zwar auch einen Motorradführerschein, fahre privat aber so gut wie gar nicht. Zuhause habe ich einen 550cm3-Roller, um mal an den See zu fahren oder ein Eis zu essen. Motorrad fahren ist mir zu gefährlich auf der Landstraße, ich bevorzuge das wirklich auf der Rennstrecke auszuüben, da weiß ich, da ist die Sicherheit gewährleistet. Es gibt leider zu viele unverschuldete Unfälle.

    Wie halten Sie sich für den Rennsport körperlich fit?

    Ich fahre viel Rennrad, rudere und schwimme. Auf dem Motorrad braucht man extrem viel Ausdauer Kraftausdauer, ohne das geht’s einfach nicht.

    Die Ausdauer benötigen Sie für die Rennen, aber auch für die mitunter anstrengenden Testfahrten…

    Ein Rennen dauert etwa 45 Min, wir fahren drei Rennen an einem Wochenende. Bei einem Testtag bin ich von 10 bis 18 Uhr auf der Strecke, aber da fährt man nicht den ganzen Tag, man testet gewisse Dinge, kommt wieder rein, bespricht sich.

    Rennsport ist ein gefährlicher Sport. Haben Sie Angst vor Stürzen?

    Nein, man hat immer Respekt, weil man weiß, was passieren kann. Sobald man vor irgendetwas Angst hat, sollte man es sein lassen, gerade dann passieren Unfälle und man verliert die Kontrolle.

    Wie geht es bei Ihnen beruflich weiter, wenn Ihre Reha im RKU beendet ist?

    Nächste Woche stehen erst einmal die Testfahrten an, Saisonstart ist am 6. März. Da ich derzeit keinen festen Vertrag habe, erhoffe ich mir von den Testfahrten, zu denen ich eingeladen wurde, dass sich da eine interessante Möglichkeit ergibt.

    Und was kommt einmal nach dem Rennsport?

    Kommentator oder Moderator für den Sport, Teammanager oder im Jugendbereich arbeiten, da gibt es ganz viele verschiedene Richtungen, die man machen kann.

    Haben Sie sich für das neue Jahr etwas vorgenommen?

    Ziel ist natürlich immer, Rennen zu gewinnen. Persönlich bin ich glücklich, ich bin auf dem Weg der Besserung, habe meinen Traumberuf und eine tolle Familie. Es könnte nicht besser laufen.

     

    Zur Person

    Alessandro „Sandro“ Cortese, 30, ist ein deutscher Motorradrennfahrer mit italienischen Wurzeln. Er stammt aus dem schwäbischen Berkheim und saß schon als dreijähriger auf einem Motorrad. Mit 22 Jahren wurde er erstmals Weltmeister auf einer KTM-Maschine in der Moto3-Klasse, 2018 erneut in der Supersport-WM.

     

  • Hightech mit dem Exoskelett Open or Close

    Wieder auf den Beinen

    Aufrecht stehen und gehen im Exoskelett – Querschnittgelähmten im RKU bietet der futuristisch anmutende Roboter neue Therapiemöglichkeiten.

    Ulm, 17. Juni 2014. Jens Fröhlich geht den Klinikflur im RKU entlang. Zugegeben, noch etwas staksig. Mit den Händen hält sich der 35-Jährige an einem Gehbock fest. Sein Körper ist in ein Exoskelett eingespannt. Es ermöglicht dem querschnittgelähmten jungen Mann mit Hilfe der Physiotherapeuten, aufrecht zu stehen – und zu gehen. Das RKU bietet seit Mai Therapien mit dem Gerät des amerikanischen Herstellers Ekso Bionics an, neben fünf weiteren Kliniken in Deutschland.

    Das Exoskelett kann bei unterschiedlichen Ausprägungen von Querschnittlähmungen (Paraplegie) verwendet werden. Für die Therapie werden zunächst die gepolsterten Schienen des Exoskeletts mit Klettverschlüssen an Becken und Beinen des Patienten befestigt. Diese Schienen sind über Gelenke miteinander verbunden und übernehmen die Stützfunktion der Muskeln. Am Oberkörper werden ein Bauchgurt und Schultergurte befestigt und geben zusätzlich Stabilität. Der Physiotherapeut steht unterstützend hinter dem Patienten und startet über eine Tastatur das Trainingsprogramm.

    Vier kleine Motoren an der Hüfte und den Knien helfen Jens Fröhlich, aus der Sitzposition in den Stand zu gelangen. Sobald der Kreislauf stabil ist, kann mit dem Gehen begonnen werden. „Rechter Fuß los in drei, zwei, eins Sekunden“, gibt die begleitende Physiotherapeutin die Anweisung. Mittels Gewichtsverlagerung steuert Jens Fröhlich seine ersten Schritte. „Es ist komisch, wieder zu stehen“, findet der Forstwirt, der seit einem Unfall im Februar querschnittgelähmt ist. Das Exoskelett unterstützt ihn mal stärker, mal schwächer, je nachdem, wie viel Hilfe er braucht. Fast jeden Tag bis zu einer Stunde „trainiert“ Jens Fröhlich im Exoskelett.

    „Entscheidend für den Trainingserfolg ist, dass der Patient selbst durch Gewichtsverlagerungen das Exoskelett bewegt, nicht das Gerät den Menschen“, sagt Dr. Yorck-Bernhard Kalke, Leiter des Querschnittgelähmtenzentrums des RKU Ulm, der das Projekt initiiert hat und weiterhin betreut. Was das Modell Exoskelett GT von anderen Geräten auf dem Markt unterscheidet, ist die „Variable Assist Software“, die für jeden Schritt des Patienten die nötige Motorenunterstützung berechnet. „Dadurch reagiert das Gerät sofort auf eine Änderung der Impulse durch den Patienten und ist besonders geeignet für die Arbeit in unserem Zentrum“, sagt Dr. Kalke.

    Exoskelette wurden ursprünglich für die militärische Nutzung entwickelt. Soldaten sollten damit ihre Mobilität steigern und schwerere Lasten tragen können. Ob die Therapie mit dem Exoskelett weitere positive Aspekte bringt, etwa die Balance verbessert, die Spastik oder Nervenschmerzen reduziert, werden Verlaufsbeobachtungen zeigen. „Durch den aufrechten Gang im Raum werden auf einmal wieder ganz andere Körperpartien belastet und gestärkt“, erklärt Dr. Kalke. Nicht zu unterschätzen ist auch der psychologische Effekt für die Patienten. „Für einen Rollstuhlfahrer, der jahrelang nur die Perspektive eines Sitzenden erlebt hat, ist es sehr motivierend, seine Umgebung wieder aus der Sicht eines Stehenden zu betrachten.“

    Damit sind die Möglichkeiten des Exoskeletts noch nicht ausgeschöpft. „Wir stehen mit dieser Therapieform noch ganz am Anfang und haben auch das Ziel, die Einsatzmöglichkeiten des Exoskeletts noch besser zu erforschen“, sagt er. Aus diesem Grund beteiligt sich das RKU ab August an der ersten Paneuropäischen Studie zu diesem Thema, bei der neun Top-Zentren für Querschnitt in ganz Europa beteiligt sind.

    Einem Millionenpublikum ist das Exoskelett übrigens bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien begegnet: Beim Eröffnungsspiel in Sao Paulo am 12. Juni ist ein von der Hüfte abwärts gelähmter Teenager in einem Exoskelett aufs Spielfeld gelaufen und hat den ersten Ball des Turniers getreten.

  • Pflege im Wandel Open or Close

    Pflege im Wandel – ein Blick nach Amerika

    Pflegedienstleiterin Helene Maucher stellte neue Konzepte aus den USA vor

    Über hundert Pflegemitarbeiter und Geschäftsführer verschiedener Kliniken folgten einer Einladung ins RKU. Pflegedienstleiterin Helene Maucher berichtete zusammen mit anderen Vortragenden über neue Konzepte aus den USA, die sie im Rahmen eines 4-wöchigen USA-Hospitationsaufenthaltes kennenlernen konnte.

    Medizinischer Fortschritt, demographischer Wandel und der sich abzeichnende Fachkräftemangel stellen die Pflege in jedem Krankenhaus vor neue Herausforderungen. Die Anforderungen an die Pflegekräfte wachsen, mehr Aufgaben und größere Verantwortung ruhen auf den Schultern dieses wichtigen Bereiches. Hier nutzt ein Blick über den Tellerrand, zu dem Helene Maucher, Pflegedirektorin am RKU Ulm, und Renate Schlichthärle, Stationsleiterin in den Sana Kliniken Landkreis Biberach, im Januar und März 2014 für vier Wochen in den USA Gelegenheit hatten. Über eine Stiftung absolvierten sie eine Hospitation in einem „Magnetkrankenhaus“. Ihre Eindrücke und Erfahrungen im Shands Jacksonville Hospital der Universität Florida gaben die beiden an die über 100 Pflegemitarbeiter und Geschäftsführer verschiedener Kliniken weiter.

    Das Konzept der „Magnetkrankenhäuser“, dass den Kollegen in Ulm vorgestellt wurde, feiert in den USA große Erfolge. „Im Mittelpunkt“, so Helene Maucher, „steht die Idee, dass Pflegende mit hoher Fachkompetenz auch exzellente Ergebnisse bei der Betreuung von Patienten erzielen“. Durch angepasste Organisationsstruktur und durchlässige Kommunikation zwischen den Berufsgruppen werden Schwerpunkte auf klar definierte Aufgabenbereiche einerseits und größere Handlungsspielräume andererseits gesetzt. Hinzu kommen ständige Fort- und Weiterbildungen. Kurz gesagt: Indem die amerikanischen Krankenhäuser den Wandel des Berufsbildes in der Pflege aktiv gefördert und vorangetrieben haben, haben sie dessen Attraktivität und Relevanz langfristig erhöht. „Damit wurde einem akuten Personalmangel entgegengewirkt, und die pflegerische Betreuung der Patienten spürbar erhöht.“

    Pflegedirektorin Maucher sah in ihrem Vortrag auch das RKU auf einem guten Weg: „Die Vielzahl von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Pflegekräfte am RKU zeigt, dass das Haus als universitäre Einrichtung auch in der Pflege höchste Ansprüche erfüllt.“ Es komme der Pflege gerade im RKU eine besondere Bedeutung zu, wo in Neurologie, Orthopädie und bei Querschnittsgelähmten Patienten längere Zeit im Krankenhaus sind, und eine schwerwiegende Krankengeschichte mitbringen.

    „Unser Ziel muss sein, Pflegekompetenzen stärker einzubringen, Organisationsstrukturen anzupassen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter zu institutionalisieren“. Schließlich, so Maucher, nehme die Pflege gerade im Dreiklang des RKU – bestehend aus den Berufsgruppen Medizin, Pflege und Therapie – eine tragende Rolle ein. Ebenso verknüpfe das RKU bereits in vorbildlicher Weise Akutmedizin und alle Stufen der Rehabilitation. Gute Betreuung endet allerdings nicht an der Kliniktür, weiß Susanne Lusiardi (Fresenius). Sie informierte, wie innovatives Entlassmanagement den hoffentlich erfolgreichen Klinikaufenthalt mit einer gelungenen Nachsorge verbinden kann.

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