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Spezielle Behandlungsverfahren der Neurologie

Apheresezentrum

  • Heimbeatmung Open or Close

    Indikation für eine Heimbeatmung mit einer Atemmaske

    Wann wird eine intermittierende Maskenheimbeatmung durchgeführt?

    Bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen wie z.B. der amyotrophen Lateralsklerose, kann es bei Beteiligung der Atem- und Atemhilfsmuskulatur (Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln, Bauchmuskulatur, Muskulatur des Schultergürtels) zum Auftreten einer restriktiven Atemstörung im Sinne einer Atemmuskelpumpenschwäche kommen.

    Derartige Atemstörungen äußern sich in einer Reduzierung der Atemvolumina (Vitalkapazität, forcierte Einsekundenkapazität) und einer Verminderung des Sauerstoffanteils im Blut (Hypoxie) und erst im weiteren Verlauf einer verminderten Abatmung von Kohlendioxid (Hyperkapnie). Veränderungen dieser Parameter können mit Hilfe einer Lungenfunktionstestung und einer Blutgasanalyse festgestellt werden.

    Neben der apparativen Diagnostik gibt es aber auch sensitive klinische Zeichen, die auf eine beginnende Atemmuskelpumpenschwäche hindeuten. Dies sind zum Beispiel morgendliche Kopfschmerzen und Benommenheit, verstärkte Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung, vermehrte Kurzatmigkeit und Infekte, nächtliche Schlafstörungen (Einschlafstörungen, Alpträume, häufiges nächtliches Erwachen), Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Angst, Herzrasen, Nervosität oder vermehrtes Schwitzen.

    Liegen derartige Symptome in Zusammenhang mit Veränderungen der oben aufgeführten Messwerte vor, so besteht die Indikation für eine nichtinvasive intermittierende Maskenheimbeatmung, die in der Regel unter stationären Bedingungen eingeleitet werden muss.

    Ansprechpartner:
    Herr Dr. med Johannes Dorst, Telefon 0731/177-5258,
    (e-mail)
     

  • Schlaganfall (Stroke Unit) Open or Close

    Von den Patienten mit einem cerebrovaskulären Ereignis, liegt bei rund 75% ein ischämischer Schlaganfall (oder retinale Ischämie), bei 18% eine TIA oder Amaurosis fugax, bei knapp 7 % eine intrazerebrale Blutung, Subarachnoidalblutung oder subdurales Hämatom zu Grunde. Diese Patienten werden in der Regel auf der 2015 erneut durch die Deutschen Schlaganfall Gesellschaft rezertifizierten Stroke Unit behandelt.

    Die im Jahre 2000 eingeführte Fibronolysetherapie durch rtPA bei einem akuten ischämischen Schlaganfall erfolgte anfangs in einem Zeitfenster von 3 Stunden nach Symptombeginn und war nach Einführung nur bei einer kleineren Gruppe von Patienten möglich. Die Einleitung und Durchführung dieser Therapie wurde über die Jahre ausgebaut und optimiert und ist heute bis zu einem Zeitfenster von 4,5 Stunden eine klinische Routine bei ca. 35% aller Patienten mit ischämischen Schlaganfall durchgeführt. Diese hohe Lyserate basiert auf mehreren Pfeilern: zum einen auf einer engen Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, welcher die Akutpatienten mit dem Ziel einer möglichst kurzen prähospitalen Zeitspanne zuweist. Hier wurde dieses Jahr das Rettungsdienstkonzept mit dem Leiter der Notfallmedizin der Universität Ulm Prof. Dr. Klaus Muth weiter optimiert. Insbesondere auch der „Schlaganfall-Assessment-Bogen“ der mittlerweile regelmäßig durch den Rettungsdienst ausgefüllt wird, optimiert die Patienteneinweisung und -übergabe deutlich. Zum anderen hat sich die Kernspintomographie mit einer 24-stündigen MRT-Bereitschaft an allen 7 Wochentagen auch schon in den letzten Jahren als entscheidendes Kriterium für die Indikationsstellung zur Behandlung mit rtPA etabliert und ermöglicht insbesondere auch eine individuelle Behandlung mit hoher diagnostische Sicherheit außerhalb des oben genannten Zeitfensters. Nicht zuletzt ist diese hohe Lyserate nur mit einem hoch spezialisierten, routinierten und motivierten Team aus Ärzten und Pflege möglich.  
    Seit April 2015 steht nun nach einer längeren Planungsphase auch vor Ort im RKU eine eigene Angiographieanlage zur Verfügung, um Schlaganfallpatienten mit proximalen Gefäßverschüssen schneller und effektiver interventionell mittels Thrombektomie behandeln zu können.

  • Therapeutische Verfahren Open or Close

    Die zeitgemäße neurologische Behandlung fängt gerade bei schwer beeinträchtigten Akutpatienten bereits mit der Pflege an. Vorbeugung gegen Spastik, Vermeidung von Gelenkkontrakturen oder Druckgeschwüren durch richtige Lagerung, bevorzugte Anwendung des Einmalkatheterismus bei Blasenstörungen zur Vermeidung chronischer Harnwegsinfekte und Wiederherstellung der normalen Blasenfunktion, Vorbeugung gegen Lungenentzündung und Venenthrombose sind nur mit geschultem Personal möglich.
    Eine intensive Krankengymnastik baut auf diesen pflegerischen Maßnahmen auf und trainiert durch spezifische, der jeweiligen Bewegungsstörung angepasste Übungsbehandlung Patienten mit Lähmungen oder Behinderungen bei Erkrankungen übergeordneter Steuerungsmechanismen. Ihr steht die physikalische Therapie zur Seite. Die Sprachtherapie (Logopädie) verbessert die Kommunikationsfähigkeit all der Patienten, die durch eine krankheitsbedingte Störung der Sprache beeinträchtig sind. Neurologische Störungen, angefangen bei der Behinderung umschriebener Bewegungsabläufe bis zu Störungen des Antriebs oder des Handlungsentwurfs, werden durch die Ergotherapie mit gezielten Übungen behandelt.

Kooperationen
Die Klinik für Neurologie kooperiert bei entsprechenden Fragestellungen aus anderen medizinischen Disziplinen mit allen anderen Abteilungen der Universität Ulm, vor allem in den so genannten interdisziplinären Bereichen, in denen verschiedene Fachdisziplinen zusammen arbeiten müssen, um ein gemeinsames Behandlungskonzept zu erstellen. Als Beispiele seien die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Kardiologie, der Gefäßchirurgie und der Neurochirurgie bei Schlaganfall genannt oder unsere epilepsiechirurgischen Fallkonferenzen mit den Kollegen aus der Neurochirurgie, Radiologie und Nuklearmedizin.
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