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Zertifizierte überregionale Stroke Unit

Über 15 Jahre nach Gründung des RKU wurde zu Beginn des Jahres 1999 eine Stroke Unit mit dem Ziel eröffnet, Patienten mit akutem Schlaganfall einer raschen Akuttherapie, Diagnostik der Schlaganfallgenese sowie zur Einleitung einer geeigneten Sekundärprophylaxe zuzuführen. In Jahren kam es zu einer Verdreifachung der behandelten Patienten mit einem cerebrovaskulären Ereignis von rund 350 Patienten im Jahr 1999 auf über 1100 Patienten in 2015, womit die Abteilung die zentrale Versorgungseinrichtung für Patienten mit frischem Schlaganfall im Großraum Ulm/Neu-Ulm ist. Dabei sind die cerebrovaskulären Ereignisse erneut mit den epileptischen Anfällen der häufigste Zuweisungsgrund der über 4000 Notfallvorstellungen in unserer Notaufnahme.

Zertifizierte überregionale Stroke Unit.

Von den Patienten mit einem cerebrovaskulären Ereignis, liegt bei rund 75% ein ischämischer Schlaganfall (oder retinale Ischämie), bei 18% eine TIA oder Amaurosis fugax, bei knapp 7 % eine intrazerebrale Blutung, Subarachnoidalblutung oder subdurales Hämatom zu Grunde. Diese Patienten werden in der Regel auf der 2015 erneut durch die Deutschen Schlaganfall Gesellschaft rezertifizierten Stroke Unit behandelt.

Die im Jahre 2000 eingeführte Fibronolysetherapie durch rtPA bei einem akuten ischämischen Schlaganfall erfolgte anfangs in einem Zeitfenster von 3 Stunden nach Symptombeginn und war nach Einführung nur bei einer kleineren Gruppe von Patienten möglich. Die Einleitung und Durchführung dieser Therapie wurde über die Jahre ausgebaut und optimiert und ist heute bis zu einem Zeitfenster von 4,5 Stunden eine klinische Routine bei ca. 35% aller Patienten mit ischämischen Schlaganfall durchgeführt. Diese hohe Lyserate basiert auf mehreren Pfeilern: zum einen auf einer engen Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, welcher die Akutpatienten mit dem Ziel einer möglichst kurzen prähospitalen Zeitspanne zuweist. Hier wurde dieses Jahr das Rettungsdienstkonzept mit dem Leiter der Notfallmedizin der Universität Ulm Prof. Dr. Klaus Muth weiter optimiert. Insbesondere auch der „Schlaganfall-Assessment-Bogen“ der mittlerweile regelmäßig durch den Rettungsdienst ausgefüllt wird, optimiert die Patienteneinweisung und -übergabe deutlich. Zum anderen hat sich die Kernspintomographie mit einer 24-stündigen MRT-Bereitschaft an allen 7 Wochentagen auch schon in den letzten Jahren als entscheidendes Kriterium für die Indikationsstellung zur Behandlung mit rtPA etabliert und ermöglicht insbesondere auch eine individuelle Behandlung mit hoher diagnostische Sicherheit außerhalb des oben genannten Zeitfensters. Nicht zuletzt ist diese hohe Lyserate nur mit einem hoch spezialisierten, routinierten und motivierten Team aus Ärzten und Pflege möglich.  
Seit April 2015 steht nun nach einer längeren Planungsphase auch vor Ort im RKU eine eigene Angiographieanlage zur Verfügung, um Schlaganfallpatienten mit proximalen Gefäßverschüssen schneller und effektiver interventionell mittels Thrombektomie behandeln zu können.

http://rku.de/fachbereiche2/radiologie-labor

Auch durch den Ausbau der Neurointensivstation kann schwer erkrankten und insbesondere beatmeten Patienten eine optimale neurologische Schlaganfallbehandlung auf einer intensivmedizinischen Station angeboten werden.

Im Bereich der ätiologischen Abklärung von ischämischen Schlaganfällen haben wir seit 2014 neben der Standarddiagnostik die Möglichkeit bei Patienten mit einem embolischen Schlaganfall unklarer Ursache, Herzmonitore zur kontinuierlichen EKG-Diagnostik unter die Haut zu implantieren. Ziel der Implantation dieser kleinen MRT-gängigen Herzmonitore mit einer Größe von 44,8 x 7,2 x 4,0 mm ist die Detektion eines möglichen paroxsymalen Vorhofflimmerns.
Die Nachsorge dieser Patienten findet in unserer Schlaganfallsprechstunde in Zusammenarbeit mit der Schrittmacherambulanz der Ulmer Universitätsklinik für Kardiologie (Innere Medizin II) oder dem behandelnden niedergelassenen Kardiologen statt.

Die Möglichkeit einer Nachsorge der Patienten mit einem Schlaganfall oder auch zur Vorstellung von Patienten mit cerebrovaskulären Erkrankungen universitäre bieten wir über unsere  neurovaskuläre Ambulanz an.


Stroke Unit/IMC Ansprechpartner für akute Notfall-Aufnahmen:

Zuständiger Aufnahme-Arzt: (ständige Erreichbarkeit)
Tel.: 0731-177-5241

 

Ansprechpartnerin, wenn Sie organisatorische Fragen zu Ihrem geplanten stationären Termin haben:
Frau Fröhlich:
Tel.: 0731/177-5447

 

Aktuelles:

Im Oktober 2016 wurde im RKU eine neue Notaufnahme in Betrieb genommen.

Neurologische Notfälle wie z.B. Schlaganfälle können nun noch schneller und damit besser versorgt werden.

Weitere Informationen zur Notaufnahme finden Sie hier.

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